Review

Es gibt zwar schon tausende reviews über dieses Meisterwerk, aber meinen Senf will ich trotzdem loswerden.
Peter Jackson ist für mich im Filmbereich das, was HELMET im Musikbereich sind. Vier adrett gekleidete junge Männer ohne Tätowierungen mit sauberen banktauglichen Haarschnitten, könnte glatte eine Schlagercombo oder ne Beatles-Revivalband sein. Aber wehe sie gehen auf die Bühne und schalten die Verstärker an, dann blasen sie alles weg mit einem Sound, der selbst den Jungs von Slayer die Gehörgänge begradigt.
Genauso ist das mit Jackson. Wer ihn zu damaligen zeiten mal live erlebt und gesehen hat, der konnte nicht fassen, wie so ein kleiner schüchterner und netter Mensch so einen Film drehen kann!
Ich bin den Genuß gekommen, den Film dreimal zu sehen im Kino. Zweimal in Köln aufm Filmfestival, wo er wegen des grandiosen Erfolges zweimal gezeigt wurde und wo ich Peter Jackson getroffen und mich mit ihm kurz unterhalten konnte. Und noch einmal regulär im Kino kurz danach.

Für mich gibt es im Horror und Splatterbereich eigentlich nur zwei Referenzfilme, das eine ist Tanz der Teufel, und das andere ist und wird immer Braindead bleiben.
Was Peter Jackson hier zeigt ist einfach unglaublich.
Die Schraube des zeigbaren Goregehaltes hat er hier bis unsertmeßliche angezogen, und auch neuere Filme wie Beyond the Limits bleiben dahinter zurück.

Denn Peter Jackson versteht es zum einen, einfach mal zuerst einen guten Film zu erzählen. Da stimmt die Ausstattung, die Dialoge sitzen pointiert und auch die Charaktere sind stimmig gezeichnet. Im Falle von Braindead kommt dann jedoch die Gewaltkomponente hinzu. Und Jackson macht das einzig richtige, er bricht die Gewaltszenen immer wieder mit absolut rabenschwarzem Humor, so das eigentlich nie Ekel oder Abscheu entsteht beim Zuschauer ( ausser vielleicht bei der netten Puddingszene am Anfang :-) ). Der Film nimmt sich einfach nicht ernst, sondern versteht sich als bluttriefende Komödie, in der halt anstatt Autos die Zombies zerlegt werden. Aber dadurch das er es bis ins Groteske steigert, verliert die Gewalt hier eindeutig ihren abschreckenden Aspekt. Man ist nicht verstört wie beim Film Cannibal Holocaust; sondern einfach nur amüsiert.
Wer kann bei Szenen wie der Teddybärszene nicht herzhaft lachen?

Über die Effekte muß ja nichts mehr gesagt werden, die sind einfach perfekt gemacht und getimt, musikalische Untermalung stimmt auch und die Schauspieler und die Ausstattung sind für einen Splatterfilm wirklich fantastisch und werden wohl nie wieder erreicht werden.

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