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Nachdem der neuseeländische Regisseur Peter Jackson mit "Bad Taste" einen ebenso harten wie skurril-verrückten Splatter-Streifen vorgelegt hatte, übertraf er sich mit seinem dritten Film selbst: Die schiere Masse an ultraheftigen Splatter-Effekten, die in "Braindead" aufgefahren werden, dürfte so manchem Horror-Fan vor Staunen die Augen übergehen lassen.

Die irrsinnige Ekel- und Gewaltorgie wird lose von einer dünnen Story zusammengehalten: Gerade als sich der bei seiner Mutter wohnende Junggeselle Lionel in die rassige Schönheit Paquita verliebt, wird seine Mutter von einem Ratten-Affen gebissen - und verwandelt sich prompt in einen Zombie mit mächtig Appetit. Eine Weile gelingt es Lionel, seine Mutter und ihre ersten Opfer im Keller einzusperren. Doch als sein bösartiger Onkel ihm das Haus abnimmt und eine große Party feiert, brechen die Kreaturen aus - und richten ein ungeheures Massaker an.

Im Grunde funktioniert "Braindead" nach den gleichen Prinzipien wie Jacksons Erstling "Bad Taste": Mit größtenteils einfachen Mitteln (obwohl man hier schon das bedeutend größere Budget erkennen kann) wird eine sinnfreie Story erzählt, die durch gewaltige Splatterszenen und derben, aber sehr originellen Humor untermalt wird. Dazu gehören schwarzhumorige Gewaltszenen (die Zombie-Frau, deren Kopf gegen eine Glühbirne gehämmert wird und danach quasi als lebender Halloween-Kürbis fungiert) ebenso wie herrlich durchgeknallte Dialogzeilen (Stichwort: "Deine Mutter hat meinen Hund gegessen!") und das hoffnungslos übertriebene Chargieren der Darsteller. Kurzum: "Braindead" stellt unterhaltsam dummes Trash-Kino in Vollendung dar.

Das ist natürlich nicht unbedingt etwas für Freunde anspruchsvoller Filme. Und schon wegen der exzessiv zelebrierten Gewalt sollte man über einen starken Magen verfügen, wenn man sich diesen Streifen ansehen will. Schon während des Vorgeplänkels der Story werden Köpfe abgerissen, Leiber aufgespießt und Arme abgefetzt. Doch das alles ist nichts gegen die schier unfassbare Gewaltorgie im letzten Drittel des Films. Spätestens wenn der Hauptheld mit hoch erhobenem Rasenmäher und wirbelnden Klingeln mitten durch eine Horde Zombies stürmt und dabei massenhaft Blut, Eingeweide und Körperteile zurücklässt, gewinnt der Film Splatter-Dimensionen, von denen man andernorts nur träumen kann.

Diese Gewaltorgie wird dank des völlig durchgeknallten Humors, der konsequent trashigen Inszenierung und einiger doch origineller Kameraeinstellungen etwas gemildert. "Braindead" ist im Grunde ein Film gewordener Nicht-lustig-Comic: voller Gewalt, extrem überzeichneter Klischee-Figuren und bösartigen Witzes. Für Freunde des derben Trash-Films ist er nicht ohne Grund ein Kultfilm. Dass er vor originellen Ideen nur so überschäumt und deshalb absolut sehenswert ist, kann auch kaum bestritten werden - man sollte es nur vertragen können.

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