Review

Wenn man hört, dass Peter Jackson – ja, DER Peter Jackson, der später das Oscar-Schlachtross Der Herr der Ringe ins Kino brachte – mal einen der krankesten Splatterfilme aller Zeiten gedreht hat, glaubt man es kaum. Aber es stimmt. Und der Beweis heißt: Braindead (auch bekannt als Dead Alive).


Zur Handlung

Der schüchterne Muttersöhnchen-Typ Lionel lebt mit seiner kontrollsüchtigen, eklig dominanten Mutter zusammen. Als er sich in die hübsche Paquita verliebt und mit ihr in den Zoo geht, wird seine Mutter dort ausgerechnet von einem „Sumatra-Rattenaffen“ gebissen – ein bizarr widerliches Vieh, das in der Eröffnungsszene auf einer Insel eingefangen wird. Kurz darauf stirbt sie... und wird zum Zombie. Doch anstatt sie zu beseitigen, versucht Lionel irgendwie, sie (und bald auch weitere Untote) im Keller unter Kontrolle zu halten. Natürlich eskaliert das komplett. Die Zombie-Seuche breitet sich aus, und spätestens im legendären Finale verwandelt sich der Film in ein Splatter-Opernhaus der Absurdität. Stichwort: Rasenmäher.


Zur Wirkung

Ich habe den Film das erste Mal in den 90ern gesehen, weit vor der Volljährigkeit – was ihn natürlich umso intensiver wirken ließ. Damals hat man das alles noch ernst(er) genommen, heute weiß man: Das ist Klamauk, aber auf absolutem Königsniveau.

„Braindead“ ist ein reines Effekt-Gewitter. Und was für eins! Handgemachte, völlig übertriebene Gore-Einlagen im Sekundentakt. Es trieft, spritzt, quillt und platzt. Und das alles mit einem fast schon liebevollen Maß an Kreativität. Was heute Evil Dead Rise versucht, hat Peter Jackson 1992 schon tausendmal brutaler und spaßiger abgeliefert – inklusive Zombie-Baby, schleimiger Dinner-Szene und der wahrscheinlich absurdesten Zombie-Orgie der Filmgeschichte.


Und das Erstaunlichste

Kein Gag, keine Idee wirkt wirklich platt. Der Film bleibt auch heute noch frisch, ideenreich und fast unangreifbar in seiner Einzigartigkeit. Dass so ein Film niemals richtig kopiert wurde, obwohl er Kultstatus hat, ist eigentlich das größte Kompliment.


Fazit

„Braindead“ ist kein gewöhnlicher Film. Er ist ein Splatter-Kultdenkmal, ein Partyfilm für Hartgesottene, ein handgemachter Wahnsinnstritt ins Gesicht.

Wer Splatter mag, muss ihn gesehen haben.

Wer denkt, er habe schon alles gesehen – noch nicht.

Pflichtstoff für Fans des geschmacklosen Geschmacks.

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