Angelegt als effektlastige Geisterbahnfahrt zwischen Surrealismus und klassischen Nachtmahr-Mythen, findet Regiwdebütant Chuck Russell zunehmend Spaß daran, im dritten Teil der Freddy-Reihe einen neuen Weg einzuschlagen, und so seinen eigenen Stempel zu hinterlassen: Obwohl sich DREAM WARRIORS als postpubertäre Vergangenheitsbewältigung und jugendliche Selbstfindung lesen lässt, ist der wütende Subtext des Erstling mittlerweile so stark in den Hintergrund gedrängt, dass man ihn für zwischenzeitlich gar nicht mehr existent hält.
Glücklicherweise gelingt es DREAM WARRIORS durch seine pure Oberfläche, die darunter schlummernde Oberflächlichkeit zumindest meistens geschickt zu verbergen, und so als schlicht gestrickter, aber auch sehr unterhaltsamer Ableger der Saga in Erinnerung zu bleiben: In seiner Haunted-House-Szenerie dürfen Russeell und sein Killer nach Belieben alle Register der (Alb-)Traumgestaltung ziehen und sich selbst verwirklichen, und bisweilen entwickelt dieses Versatzspiel aus Selbstreferenzen, kalkulierten Schockern und wüsten Popkultur-Zitaten von Dokken bis Munch tatsächlich eine durchaus charmante Dynamik.
Der fade Beigeschmack, die Freddy-Figur sei nun endgültig zum Aushängeschild eines zunehmend kommerziellen Interessen verschriebenen Franchise‘ verkommen, wird durch Kruegers neue Position, als Moderator seiner eigenen Auftritte zwar durchaus aufgefangen und ironisch beleuchtet, hängt aber auch wie ein grauer Schleier über dem etwas überdrehten Film.
Ein Wiedersehen mit Heather Langenkamp als Nancy aus dem ersten Teil kann letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich DREAM WARRIORS mit seiner Sprücheklopfer-Mentalität, von der zynischen Funktionsweise des Titelcharakters bei Craven weit entfernt hat. Im christlich verbrämten Finale verkennt Russell dann ärgerlicherweise sogar die Grundintention des einstigen Erfinders, und degradiert dessen Hauptprotagonisten vom hintersinnigen Schuld- und Sühne-Symbol zum religiös konnotierten Beelzebub, der nur mit Hilfe des Glaubens bezwungen werden kann.
Ein unterhaltsames, aber zwiespältiges Erlebnis.