Review

Was mir an der Nightmare Reihe immer gefallen hat war die konsequente Fortsetzung der Geschichte und nicht immer nur die Variierung desselben Themas, wie bei diversen anderen Filmreihen. Und auch Nightmare on Elm Street 3 lässt den Zuschauer nicht im Stich, sondern führt die Geschichte weiter und gibt neue Einblicke in das Leben von Freddy Krueger vor seinem "Tod". Dabei wird allerdings der zweite Teil vollkommen außer Acht gelassen und "Dream Warriors" schließt relativ nahtlos an Teil 1 an.
Die Story ist relativ (!!!) komplex und es geht nicht nur um blindes Rumgemeuchel von Seiten Freddys, sondern die Drehbuchschreiber haben sich richtig was einfallen lassen. So wird, wie oben schon erwähnt, die Entstehung Freddy Kruegers näher beleuchtet und die Möglichkeit eingeführt, dass mehrere Menschen auf einmal den selben Traum haben. Leider sind die Auftritte Freddy etwas zu spärlich gesät, es gibt zwischendurch immer viele eher langweilige Dialoge der meist unbegabten Darsteller. Heather Langenkamp (konnte ich sowieso noch nie leiden) hat immer denselben "ich-versteh-die-Welt-nicht-mehr" Gesichtsausdruck drauf und versucht sich hier in der Rolle der allwissenden Mentorin, was man ihr aber genauso wenig abnimmt wie die 15Jährige in Teil 1. Die Jugendlichen in der Psychiatrie overacten alle ziemlich und sehen nicht wirklich so aus, als ob sie Angst hätten. Einzig und allein der männliche Hauptdarsteller ist ein kleiner Lichtblick, auch wenn er eher ein Klischee als ein glaubwürdiger Charakter zu sein scheint. Gefreut hab ich mich über die Gastrolle von John Saxon, auch wenn dieser hier nicht viel zu tun hat und nur den besoffenen Versager mimen muss.
Aber wen stören schon hölzern agierende Darsteller, wenn Freddy unterwegs ist? Genau, niemanden! Denn Robert Englund zeigt sich hier wieder von seiner fiesesten Seite und arbeitet sich auch immer mehr in die Rolle des Sprüche-Klopfers ein. Dabei bietet er hier aber noch (im Gegensatz zu den folgenden Teilen) genug Boshaftigkeit und ist wirklich furchteinflößend.
Auch die Idee der Traumwelten wird hier erstmals richtig ausgebaut, die Darsteller rennen also nicht mehr nur in Träumen umher, die wie die normale Welt aussehen, sondern befinden sich in Fantasywelten (auch diese Idee wird in den folgenden Teilen immer mehr ins groteske überdreht).
Die Musikuntermalung ist typisches 80er Jahre Synthesizergequietsche, passt aber meist relativ gut zu der Handlung, auch wenn sie nicht unbedingt die Spannung steigert. Sogar das Freddy Theme ist wieder zu hören.
Überhaupt gibt’s von der Spannung recht wenig, der Film erinnert einen eher an einen überdrehten Actionfilm als an Horror. Es passiert einfach so viel auf einmal und Freddy ist auch immer sofort voll im Bild, als dass sich da erst groß Spannung oder gar Horror aufbauen kann. Unterhalten tut’s den geneigten Zuschauer natürlich trotzdem.
Insgesamt kann man nicht behaupten, dass Nightmare 3 ein wirklich guter Film ist, dafür hat er einfach zu viele Mankos. Aber er ist ein guter Teil der Nightmare Serie und für Fans der Selbigen durchaus empfehlenswert. Alle anderen sollten sich lieber Teil 1 anschauen oder die Finger ganz von Freddys Streifzügen durch die Träume von Jugendlichen lassen.
7/10

Details
Ähnliche Filme