Nach dem zwar kommerziell erfolgreichen, aber eher unbeliebten zweiten Teil der Reihe um den Traummörder Freddy Krueger kehrte man mit dem zweiten Sequel wieder zu den Wurzeln zurück. So ignoriert der von Chuck Russell inszenierte Streifen nicht nur seinen direkten Vorgänger (widerspricht ihm sogar bezüglich Nancys Mutter), er bringt auch Figuren aus dem Erstling wieder zurück. Und die Traumsequenzen, die zu den Markenzeichen der Reihe gehören.
In dieser findet sich Kristen Parker wieder und ebenso die monströse Gestalt mit den Klingen an der Hand. Eingeliefert in eine psychiatrische Anstalt trifft sie dort auf andere Jugendliche, die ebenfalls Freddy in ihren Albträumen begegnen und von ihm bedroht werden. Zusammen mit der dort auftauchenden Nancy Thompson stellen sie sich gemeinsam dem Unhold mit dem gestreiften Pullover.
Bis die „Dream Warriors“ aber zurückschlagen, bekommt Freddy diverse Auftritte. In artiger Regelmäßigkeit darf er die Gruppe dezimieren, wobei dies themenbezogen auf das jeweilige Opfer vonstatten geht. Das ist ansehnlich getrickst und bietet allerlei Raum für (alb-)traumhafte Sequenzen. Die Kills sind phantasievoll, optisch sehr gelungen und konsequent durchgezogen. Das Produktionsdesign ist hierbei stimmig, durch seine Herangehensweise setzt der Teil aber mehr auf einen Eventcharakter denn auf einen echten Spannungsaufbau. Mehr als die Vorgänger ist das hier dann eben eine effektvolle Geisterbahn und weniger was zum Nägelkauen. So wirkt Freddy stärker, bekommt aber auch mehr Gegenwehr. Mehr zeigen, mehr unterhalten. Soweit die Devise und das ist an sich auch nicht verwerflich, denn Russell gelingt die Umsetzung dieser Prämisse. Freddy darf hier den ein oder anderen Kommentar zu seinem Treiben ablassen und man erfährt etwas mehr über seine Entstehung. Solch kleine Ergänzungen runden diese konstruierte Welt ab.
Neben der von früher bekannten Heather Langenkamp (Nancy) findet man hier auch John Saxon (ihr Vater) erneut in seiner Rolle, wobei Langenkamp darstellerisch hinter dem Rest des Ensembles zurückbleibt. Dieses besteht unter anderem Patricia Arquette und Laurence (hier noch Larry) Fishburne, dazu ein Craig Wasson und natürlich wieder Robert Englund als Freddy. Leichte Änderungen im Design bringen die Version an seine heute bekannte Optik.
Neben Songs der Band Dokken war Angelo Badalamenti für den Score zuständig. Dieser ist ist mir stellenweise zu rumpelig und mir geht das Hauptthema ab, welches gerade im ersten Teil noch so prominent eingesetzt wurde.
Die zweite Fortsetzung kommt nicht ans Original heran, ist im Vergleich zu direkten Vorgänger allerdings wieder besser gelungen. Traumsequenzen, manch schön inszenierter Kill und wenig Leerlauf treffen auf eine okaye Figurenschar und einen wenig ausgebauten Spannungsbogen zugunsten einer filmischen Geisterbahn. Freddy haut auf seinem weiteren Weg in die Popkultur ein paar Sprüche raus und unterm Strich macht man mit Teil drei nicht viel verkehrt. Welcome to prime time, bitch!