„Kick Fire – Ohne jede Vorwarnung“, wie man den vierten Teil der „Best of the Best“-Reihe hierzulande nannte, gehört zu jener Art standardisierter Actionware, die speziell für Genrefans auf den Markt geworfen wird – und ist dafür gar nicht mal schlecht.
Der Anfang ist zwiespältig zu beurteilen: Eine Horde von russischen Terroristen klaut einen LKW, in dem sich Notenpapier für US-Dollar befindet. Der Beginn des Überfalls muss natürlich alle Klischees des Actionfilms reproduzieren: Bei einem Einbruch in die Verkehrszentrale müssen sich natürlich alle Wachleute auf den Boden legen, nur um dann erschossen zu werden und ohne echten Grund wird noch eine Explosion eingebaut (die leider nur billig am Computer erstellt wurde). Doch dann wird es origineller: Durch den Schachzug in die Verkehrszentrale einzubrechen und alle Ampeln auf Grün zu stellen, steckt der LKW im Verkehr fest und kann von den Gangstern auf spektakuläre Weise gestohlen werden (übrigens scheinen auch die Macher von „Swordfish“ den Film gesehen zu haben, denn das Finale erinnert zum Teil an den Raub aus „Best of the Best 4“).
Währenddessen darf Hauptfigur Tommy Lee (Phillip Rhee) mit seiner Tochter Stephanie (Jessica Huang) rumhampeln. Die Mutter ist natürlich gestorben und Töchterchen hat den Tod noch nicht ganz verwunden (Klischee lass nach). Danach gibt Tommy Kampfsportunterricht bei der Polizei: Eine bisschen Kampftechnik, um den Zuschauer auf die bald kommende Heldenrolle vorzubereiten, ein bisschen Machogehabe vor einem wenig sympathischen Bullen. In Klischees getunkt, aber halbwegs unterhaltsam gemachter Part.
Micky (Jill Richtie), eine Hackerin, die für die Russen arbeitet, klaut eine Disc, die für das Drucken der Banknoten unerlässlich ist. Die bösen Ostblockler sehen das natürlich gar nicht gern und jagen sie. Micky will im Lebensmittelladen ihres Vaters, in dem auch Tommy gerade einkauft, Schutz suchen. Sie steckt Tommy die Disc zu, der sich natürlich gegen die Attentäter wehrt. Tommy schlägt die Fieslinge in die Flucht, kann aber nicht verhindern, dass Micky erschossen wird. Von da an sind die Russen hinter ihm her, was dem wehrhaften Helden natürlich gar nicht in den Kram passt und der dann mächtig auf die Moppe gibt…
Die Story von „Best of the Best 4“ gewinnt ehrlich gesagt keinen Blumentopf. Zu viele Klischees und Stereotypen werden produziert um wirklich originell zu sein. Spannungsmäßig liegt „Best of the Best 4“ auch nur im Mittelfeld, aber wenigstens ist der Plot nicht langweilig, da fast pausenlos was los ist. Die Bösewichte sind auch arge Klischeefiguren, die abgesehen von dem „Golfspiel“ eigentlich nur Standard-Handlungsabläufen für Fieslinge folgen.
Herzstück sind natürlich die Actionszenen. Dabei fokussiert sich der Film passend zum deutschen Titel auf die Kickboxeinlagen seines Hauptdarstellers und Regisseur Phillip Rhee. Diese sind recht spektakulär und akrobatisch und bieten auch erfahrenen Actionfans gute Unterhaltung. Zwischendurch wird noch ein wenig geballert und verfolgt, was auch recht ordentlich gemacht ist (vor allem die Verfolgungsjagd kurz vor Showdown). Einzig nervig sind die Spezialeffekte: Unecht aussehende Computerexplosionen können nicht wirklich begeistern (zum Glück gibt’s nicht viele davon in „Best of the Best 4“).
Phillip Rhee ist ein okayer Schauspieler, dem man die Heldenrolle vor allem wegen seiner Kampfkünste und nicht wegen seines Talents, welches nur im Mittelfeld liegt, abkauft. Auch die anderen Schauspieler, darunter Ernie Hudson, Tobin Bell, Thure Riefenstein, Art LaFleur und Sven-Ole Thorsen, sind nur begrenzt überzeugend; die Verbündeten Tommys sind dabei besser als die Bösewichte, die sich für ihre klischeebeladene Darstellung der Russen jeden Schlag auf die Moppe redlich verdient haben.
So bleibt „Best of the Best 4“ unterm Strich ein überdurchschnittlicher B-Actioner, der sich durch seine furiosen Kampfszenen als Unterhaltung für Genrefans qualifiziert.