In seinem vorerst (aber nicht endgültig) letzten Einsatz als James Bond bekam es Sean Connery 1967 erneut mit seinem Erzfeind Ernst Stavro Blofeld, dem Chef der Verbrecherorganisation Spectre, zu tun, der in Gestalt von Donald Pleasance zum ersten Mal ein Gesicht erhielt (wenngleich dasselbe durch eine übertrieben große Narbe verunstaltet war). In gewisser Weise traten in dem Film sogar zwei Blofelds auf, denn in einer Nebenrolle ist auch Charles Gray zu sehen, der den Fiesling 1971 in "Diamantenfieber" spielen sollte.
Im Auftrag einer nicht genannten Großmacht (die sich jedoch mit Leichtigkeit als die Volksrepublik China identifizieren lässt) soll Spectre einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion provozieren, indem er ein paar Raumkapseln kapert, wofür sich die beiden Gegner die Schuld geben (interessanterweise scheint man damals tatsächlich geglaubt zu haben, dass ein Dritter Weltkrieg noch genug von der Erde übrig gelassen hätte, um den Chinesen ein solches Vorgehen als durchaus logisch erscheinen zu lassen). Wie immer riechen die Briten den Braten und beauftragen den eben noch aus Tarnungsgründen "gestorbenen" Bond damit, in Japan nach Blofelds geheimer Raketenbasis zu suchen.
Der Film setzt dann auch sehr stark auf japanisches Ambiente, das uns heute leider nur noch entfernt so exotisch vorkommt, wie das vor 30 Jahren wohl der Fall war. Bemerkenswerterweise treten neben dem Schurken Osato in den Nebenrollen mit dem Geheimdienstchef Tanaka und den Agentinnen Aki und Kissy nur "gute" Japaner auf, während der andere Weltkriegsgegner Deutschland einmal mehr nur "Böse" stellen darf - neben Karin Dor als folternder Privatpilotin (eine der wenigen Frauen in der Bond-Geschichte, die ihn nach dem Sex noch umzubringen versucht) auch Blofelds Leibwächter, ein blonder Recke namens Hans.
Viele der technischen Tricks sind mittlerweile veraltet, und insbesondere die Weltraumsequenzen wirken heute nur noch lächerlich. Dies wiegen einige gute Einfälle, außergewöhnliche Schauplätze (vor allem Blofelds Stützpunkt im Vulkankrater) und technische Tricks (Magnet am Hubschrauber, Little Nellie) jedoch wieder auf. Die Szene im Hafen wiederum ist ein gutes Beispiel für die Unbekümmertheit, mit der der Bond der Vor-PC-Ära noch ein halbes Dutzend unbewaffneter Schurken kaltblütig erschießen konnte, nur weil sie sich ihm in den Weg stellen wollten.
Alles in allem sicher nicht der beste Bond-Film der 60er Jahre, aber durchaus sehenswert und in mancher Hinsicht wegweisend für das kommende Jahrzehnt - so kehrte Regisseur Lewis Gilbert für die Bond-Filme zehn und elf zurück.