Nach dem saustarken " Feuerball " geht es in " Man lebt nur zweimal " wieder etwas mauer zu, aber auf keinen Fall schlecht. Nur Sean Connery machte einige Zicken und war kein so erfreulicher Zeitgenosse beim Dreh. Nach " Feuerball " schwand seine Lust den Geheimagenten zu mimen auf einmal. Warum, ist bis heute recht unklar. Trotzdem konnte Broccoli ihn hier noch einmal überreden, da half auch eine große Gage für ihn.
Als Regiesseur ließ man den damals noch unerfahrenen Lewis Gilbert fungieren, welcher auch später in zwei weiteren Bondabenteuern Regie führen durfte. Auf jeden Fall sieht man hier das Gilbert ein Könner in seinem Fach ist.
Nach den grandiosen Einspielergebnissen von " Feuerball " konnte man das fünfte Bondabenteuer auch gut finanzieren. Wie immer auch diesmal von Harry Saltzman und Albert R. Broccoli.
Das Drehbuch schrieb Roald Dahl, so etwas hätte ich ihm gar nicht zugetraut, da er normalerweise für die schwarze Komödie zuständig ist.
Also konnte man auch mit " Man lebt nur zweimal " wieder einen Erfolg verbuchen, nur Connery hatte danach absolut keine Böcke mehr und nahm vorerst mal Abschied. Doch die Einspielergebnisse waren super und das war auch Mitverdienst der Japaner, denn dort kannte man James Bond auch und war begeistert.
Inhalt:
Da einige Herren hinter James Bond her sind, fingiert man seinen Tod. Jetzt hat er mehr Bewegungsfreiheit und kann sich so um eine große Angelegenheit kümmern. Es sind zwei Raumkapseln verschwunden, eine Amerikanische und eine Russische. Jeder verdächtigt den Anderen und der dritte Weltkrieg steht kurz bevor. Die Spür führt nach Japan und Bond kommt der großen Verbrecherorganisation SPECTRE auf die Spur. Die wollen den dritten Weltkrieg inszenieren und Bond hat nicht viel Zeit das zu verhindern. Mit Hilfe des japanischen Geheimdienstchefs Tiger nimmt er dem Kampf auf.
Wie auch schon im Vorgänger war die Geschichte von größenwahnsinnigen Weltbeherrschern gerade inn. Auch hier geht es wieder um die Verbrecherorganisation SPECTRE und hier lernt man den wahsinnigen, katzengraulenden Blofeld endlich kennen. Bis jetzt hörte man meistens nur seine Stimme. Auf jeden Fall wird hier Bonds Erzfeind geboren. Und er ist der erste Bösewicht, welcher am Ende nicht tot ist.
Als Drehort nahm man Japan und natürlich die Pinewood Studios. Dort baute man den riesen Krater nach und man hat fantastische Arbeit geleistet, war für damals wie immer seiner Zeit weit vorraus. Die Weltraumeffekte wirken heute sehr veraltet, aber Nostalgiker werden ihre helle Freude daran haben. In Japan lässt man dafür keinen exotischen Ort aus und präsentiert die ganzen Fawcetten des Landes. Summokämpfe, die Reklamestadt bei Nacht, die großen Docks und ein Trainingslager der Ninja. Zur Tarnung wird Bond sogar in einen Japaner umgemodelt und muss eine Perlentaucherin heiraten " die mit dem Pfannenkuchengesicht ". Von der japanischen Kultur bekommt man einiges zu sehen und die Kulisse und Optik ist mal wieder bestens gelungen.
Genauso der Sound von John Barry, wo wieder zu jeder Szene perfekt passt, natürlich mit japanischem Touch. Der Titelsong " You only Live Twice " wird von Nancy Sinatra gesungen.
Genauso wie die Action. James Bond darf sich wieder ordentlich prügeln, auch mit Karateerprobten Japanern. Auch die Verfolgungsjagden mit dem Auto und die mit Little Nelly bieten wieder Effekte vom Feinsten. Auch die Jagd in den Docks ist klasse, welche für Bond leider nicht so glücklich endet. Natürlich gibt es noch mehrere Mordanschläge auf den Agenten, bis man zum grandiosen Finale in einem Vulkankrater kommt. Allein die Ideen von Ken Adam sind mal wieder ein Klasse für sich. Wie oben schon gesagt wirkt vor allem die Weltraumtechnik etwas veraltet, aber trotzdem kann man sich hier bestens amüsieren. Dort wird dann ein riesen Angriff der Ninja gestartet und es gibt ein sehr bleihaltiges Finale mit anschließendem Vulkanausbruch. Auch mit dem Action und Spannungsanteil kann man hoch zufrieden sein.
Auch hier schlüpft Sean Connery in die Rolle des britischen Geheimagenten James Bond. Leider merkt man ihm die Lustlosigkeit ein klein wenig an, er wirkt etwas verkrampft und humorlos. Es gibt nur noch sehr vereinzelt trockene Sprüche des Agenten zu hören. Aber er kann auch hier überzeugen und er war damals einfach der Beste für diese Rolle.
Hier hat Bond gleich zwei Frauen an seiner Seite, einmal die süße Aki, verkörpert von Akiko Wakabayashi und seine Scheinfrau Kissy Suzuki, welche von Mie Hama gespielt wird. Außerdem ist sogar ein Deutsche dabei, nämlich Karin Dor als Helga Brandt oder Nummer 11 wie sie im Film öffter genannt wird.
Donald Pleasence verkörpert sehr glaubwürdig den SPECTRE Chef Blofeld, natürlich mit Katze und einer riesen Narbe im Gesicht. Er kann hier als Fiesling echt Zeichen setzen und serviert seine Mitarbeiter bei Versagen gleich ab.
Auch Charles Gray, welcher in " Diamantenfieber " den Blofeld spielt, hat hier einen Kurzauftritt als Japankenner Henderson.
Lois Maxwell, Bernhard Lee und Desmond Llewelyn verkörpern die üblichen Charaktere, nämlich Moneypenny, M und Q.
Als Tiger Tanaka ist Tetsuro Tamba eingespannt, welcher sich auch sehr gut schlägt.
Fazit:
Als Bondabenteuer etwas schwächlich, aber immer noch eine Klasse für sich. Viel Action und Spannung, natürlich versetzt mit einigen Gimmicks. Exotische Atmosphäre und ein toller Sound. Die Story ist auch solide nur die Weltraumeffekte wirken für heute sehr überholt. Trotzdem noch ein zeitlose Spass.