Bond goes to Asia!
Im fünften Abenteuer bereiste 007 erstmals das Land der aufgehenden Sonne, entfernte sich dabei mehr als zuvor von der literarischen Vorlage und traf hier erstmals direkt auf seinen Erzfeind Ernst Stavro Blofeld.
Dies ist denn auch die wichtigste Abweichung denn die beiden Kontrahenten sollten sich nach Fleming erst in „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ persönlich treffen. Dafür verarbeitete er in seinem Buch ausführlich die Eindrücke der japanischen Kultur, die er auf seinen Reisen gewonnen hatte. Dies konnte für den Film nur eingeschränkt berücksichtigt werden.
Dennoch wird Japan als Kulisse effektiv genutzt, wird die Großstadt Tokio ebenso präsentiert wie die spektakulären Berg- und Küstenlandschaften Japans.
Inhaltlich waren bei „Man lebt nur zweimal“ wieder neue kreative Kräfte im Einsatz. Für die Regie wurde erstmals Lewis Gilbert verpflichtet und das Skript wurde von keinem geringerem als den prominenten Schriftsteller Roald Dahl verfasst.
„Man lebt nur zweimal“ ist der bis dahin flotteste Bond-Film. Insb. in der ersten Hälfte reihen sich Action – Szenen und aufwendige Spezialeffekt – Aufnahmen dicht aneinander. Ein besonderes Highlight ist hierbei der famose Luftkampf des Mini – Hubschraubers „Little Nellie“ gegen vier Kampfhubschrauber.
„Man lebt nur zweimal“ nähert sich hier mehr als je zuvor dem Sience Fiction – Genre an, erstmals gibt es hier Weltraum - Aufnahmen zu sehen und auch die Zentrale Blofelds in einem Vulkankrater ist eine abenteuerliche Ausgeburt der Fantasie.
In der zweiten Hälfte gibt es dann doch eine Durststrecke bevor man sich dem Finale in der SPECTRE – Zentrale nähert. Dort wird zunächst ausgiebig die riesige Filmbühne Ken Adams in Szene gesetzt bevor man dann ein Krawall – Finale startet, das die Konkurrenz zu 80er und 90er Jahre Actionkrachern nicht zu scheuen braucht. Dabei sind bei diversen Kampfszenen auch durchaus Martial Arts – Einlagen vorhanden, obwohl der Eastern erst einige Jahre später seinen Siegeszug über westliche Lichtspielhäuser starten sollte.
Bzgl. Der Darsteller ist über diesen Film oftmals zu lesen, dass dieser Auftritt Sean Connerys (gedacht als sein letzter) relativ lustlos rüberkommen würde. Dies kann ich nicht bestätigen, er wäre auch ein schlechter Schauspieler, wenn er sich dies anmerken lassen würde. Auch in „Man lebt nur zweimal“ strahlt Connery die gewohnte kraftvolle, gefährliche Aura aus. Unter der restlichen Besatzung sticht natürlich Tetsuro Tamba als sympathischer japanischer Geheimdienstchef hervor. Die asiatischen Damen Akiko Wakabayashi und Mie Hama sind austauschbar (wurden sie ja auch, was ihre Rollen angeht!). Erwähnenswert ist natürlich auch Donald Pleacence, der dem Erzfeind von 007 erstmals ein (vernarbtes) Gesicht gibt. Seine Screentime ist leider sehr begrenzt, dennoch verleiht er seiner Figur durch eine betont kühle Darstellung eine interessante Ausstrahlung. Leider konnte er diese wiederkehrende Rolle nicht wieder aufnehmen. Durch seine kleine Statur hätte er aber wohl den physischen Bedingungen im nächsten Film nicht entsprechen können.
Somit ist auch „Man lebt nur zweimal“ ein opulentes Action – Abenteuer, das dank seines hohen Tempos eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorgänger darstellt (leider vergisst Bond hier zum zweiten Mal in Folge, sich richtig vorzustellen, diesmal aber letztmalig).
8/10