Review

Aha, Donald Pleasance ist der erste Blofeld, dessen Gesicht man sieht. Und ist dieser Typ lächerlich.
Genauso lächerlich wie dieser Bond vom Papier her ist.
Natürlich könnte man solch ein Szenario auch mit ein bißchen mehr Ironie anlegen, aber irgendwie wird hier ernster zu tage gegangen als es dem Film tatsächlich gut tun würde.
Sicherlich ist nach wie das Coole und Ironische noch vorhanden, und natürlich ist Bond in jenem Jahrzehnt jedem anderen Action-Klamauk überlegen.
Natürlich ist Sean Connery die coolste Sau Großbritanniens.

Aber alles in allem ist das ergebnis schon etwas ernüchternd nach den wirklich famosen letzten drei Filmen fällt dieser Bond etwas ab, was auch daran liegt, dass die große Erwartungshaltung, endlich Blofeld live erleben zu dürfen, durch einen Giftzwerg mit entstelltem Gesicht vermiest wird.
Da muß man konstatieren, dass der Bösewicht aus Austin Powers fast mehr Potential als reeler Bondbösewicht hat als Donald Pleasance.
Um es nicht allzu negativ klingen zu lassen: Dieser Bond ist bei weitem nicht schlecht, aber er ist ein kleines bißchen enttäuschend auf mehreren Ebenen:
War die Verbrecherorganisation an den Anfängen noch abstrakt und weniger greifbar, so wurde sie mit zunehmender Filmanzahl immer lächerlicher und comichafter und nun wirkt das alles ein bißchen zu lächerlich. Außerdem wird irgendwie immer einfacher für Bond, gleich den Oberbösewicht auszumachen - wofür er am Anfang noch mehrere Filme benötigte!
Dies wird auf absehbare Zeit das Markenzeichen von Bond bleiben.

Ach ja, für Kompletisten: Nach diesem Film sagte Connery erstmals, dass er nie wieder James Bond spielen würde.
Wir wissen ja alle, wie es weiterging.

Nichtsdestotrotz muß festgehalten werden, dass Bond nach diesem Film erstmals eine Anpassung, wenn auch keine Generalüberholung, benötigt, denn zu stottern beginnt die Story auf alle Fälle.

6 Punkte

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