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„Man lebt nur zweimal“ erweist sich als frühes Bond Abenteuer, welches leider mit gewissen Alterungsschwierigkeiten zu kämpfen hat.
Die kriminelle Organisation SPECTRE, welche Bond in mehreren Filmen beschäftigte, macht sich im fünften Film des Superspions daran, Raumfahrzeuge einzusammeln. Als eine amerikanische Raumkapsel entführt wird, läuft die Lage immer mehr auf einen Krieg zwischen den USA und Russland hinaus. Lediglich Großbritannien glaubt an eine weitere Partei, welche die Supermächte gegeneinander ausspielen will. Das Szenario ist angesichts der damaligen politischen Lage recht gut erdacht, auch wenn die Weltraumszene gewisse Alterungserscheinung neben heutigen Produkten zeigen.
Der MI 6 setzt seinen Mann in Japan darauf an: James Bond (Sean Connery). Doch dieser wird in einem Attentat getötet und anschließend auf See bestattet. Dass es Bond natürlich nicht erwischt haben kann, zeigt die Anzahl an Folgefilmen. So erweist sich das Ganze als Täuschungsmanöver, damit Bond in Ruhe ermitteln kann.

Trotz einiger kultureller Schwierigkeiten findet sich Bond als Mann von Welt schnell in dem fremden Land zurecht. Die Spur führt ihn zu einem Großkonzern, welcher nur eine Tarnfirma für SPECTRE ist. Diese setzen wiederum ihre Häscher auf Bond, doch der findet im Chef des japanischen Geheimdienstes Tiger Tanaka (Tetsuro Tamba) einen mächtigen Verbündeten...
Was zum großen Teil dazu beiträgt, die Alterungsschwächen von „Man lebt nur zweimal“ zu vergessen, ist das japanische Flair, welches der Film in ausreichendem Maße besitzt. Egal ob hauchdünne Papierwände, Ninjas oder die japanische Vulkanlandschaft – alles wird eingebunden und erfüllt sogar einen Zweck innerhalb der Story (ebenfalls eine Qualität von „Man lebt nur zweimal“).
Die Story ist zwar nicht hochspannend, aber doch ziemlich unterhaltsam geraten. So verfliegt die Spielzeit recht schnell. Die Wendungen (oder besser gesagt deren Überraschungspotential) halten sich in Grenzen, was das Unterhaltungspotential allerdings kaum mindert. Trotz der mangelnden Komplexität ist die Story von „Man lebt nur zweimal“ vielen neueren Bondfilmen überlegen.

Die Action ist für die damaligen Verhältnisse ziemlich spektakulär und nach heutigen Maßstäben immer noch unterhaltsam. In dem gewohnten Mix aus Schießereien, Kämpfen, Verfolgungsjagden, Stunts und Plattmachszenen stechen dieses Mal vor allem die Kämpfe mit fernöstlichem Einschlag, die Stürmung der Basis am Ende und der Luftkampf hervor, in dem Bond die Smart Variante eines Hubschraubers benutzt.
Wie viele Bond Abenteuer lebt auch „Man lebt nur zweimal“ vom Charme seines Helden, den Sean Connery mal wieder sehr souverän auf die Leinwand bringt. Donald Pleasance als Erzrivale Blofeld ist ebenfalls ein guter Superschurke. Die anderen, meist unbekannten Darsteller machen ihre Sache ebenfalls gut.

„Man lebt nur zweimal“ ist ein gutes Abenteuer um den britischen Superspion, welches aber nicht aus der Masse von Bondfilmen heraussticht.

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