Die Welt ist mal wieder in Gefahr. Raumkapseln der US-Amerikaner und der Sowjets werden von einem unbekannten Objekt aus der Umlaufbahn gefischt. Beide Supermächte schieben sich natürlich gegenseitig die Schuld zu und drohen mit dem dritten Weltkrieg, sollte dies so weitergehen...
Connery kommt sichtlich in die Jahre und wirkt insgesamt nicht mehr allzu motiviert (auf die beknackte Verkleidung als Japaner braucht man gar nicht weiter eingehen). Vielleicht lag es auch daran, dass die Reihe mit ihrer vierten Fortsetzung ins Stagnieren geriet, vielleicht war der Schatten von Guy Hamiltons „Goldfinger“ auch einfach zu lang.
Wobei auch in diesem Teil wieder denkwürdige Einfälle zu verzeichnen sind. Erwähnt sei hier beispielsweise die schier gigantomanische Festung von Bonds Erzfeind Blofeld, der hier verkörpert von Donald Pleasence seinen ersten Auftritt hat. Mit Miezekatze, versteht sich. Einen interessanten Handlanger hat der Schurke mit Hans zwar nicht zu bieten, dafür aber Killer-Piranhas als nettes Gimmick. A propos: Q hat immerhin einen kurzen Auftritt, in welchem er sich wieder beschweren darf und obendrauf gibt es einen waffenstarrenden Mini-Helikopter, Ninjas und fernöstliches Flair zu bestaunen. Vieles aus „Man lebt nur zweimal“ wurde in der späteren Popkultur wiederholt aufgegriffen, von Austin Powers bis zu den Simpsons.
Es wird einiges aufgefahren – und doch will „man lebt nur zweimal“ nicht so richtig zünden. Die Bedrohung durch den im Film zitierten 3. Weltkrieg will nicht greifbar schaudern lassen, es gibt auch mal zwischendurch Leerlauf und Blofelds späte Enthüllung ist interessanter Kniff und den Zuschauer auf Abstand halten gleichermaßen. Die Geschichte selbst stellt keinen Höhepunkt im Oeuvre der Bondstorys dar, bietet aber ausreichend Inhalt, um bei der Stange zu halten; große Überraschungen gibt es keine.
Die Bond-Girls sind zwar allesamt hübsch anzusehen, haben aber keinen herausstechenden Charakter und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Die wieder von Maurice Binder inszenierte Titelsequenz ist ok und der Showdown, bei dem eine Horde Ninjas eine Raketenbasis, die sich in einem Vulkan befindet (klingt einfach gut) aufmischt, macht mit seinem Krawall Laune.
Verzichten muss man diesmal auf die eigentlich obligatorische Weltreise mit mehreren unterschiedlichen Schauplätzen; Japan bildet für den Großteil der Laufzeit die (gefällige) Kulisse. Von dieser gibt es dann auch Stadt- und Landansichten, alles routiniert in Szene gesetzt. Nichts zu mäkeln gibt es hier auf musikalischer Seite. Sowohl John Barrys Soundtrack als auch der von Nancy Sinatra vorgetragene Titelsong bereichern die Reihe.
Bleibt der bisher schwächste Teil der Reihe, der für einige Einzelheiten (Blofeld, seine Basis, Titelsong u. a.) im Gedächtnis bleibt, in seiner Summe aber kein wirkliches Highlight darstellt. Einen halben Punkt könnte man noch abziehen; der Film wirkt einfach immer stets bemüht. Connery machte hiernach eine Pause, die der Serie gut bekam. Allzu lange dauerte diese aber nicht.