In einem Bordell wird eine Prostituierte ermordet und bald darauf der Verdächtige zum Tode verurteilt, doch er ist unschuldig und schwört nach seinem Tod Rache an den Verantwortlichen. Als er bei seiner Flucht den Kopf verliert, beginnt eine Mordserie und die Polizei muss erkennen, dass der Falsche verdächtigt wurde. Doch wer steckt hinter dem Gemeuchel?
Die Geschichte hört sich nicht schlecht an und verspricht ein Giallovergnügen, doch leider wird dieses Versprechen nicht eingehalten. Es werden gute Ansätze geboten, die dann jedoch nicht zu Ende geführt werden oder lose im Raum stehen bleiben. Zum Beispiel wird die Idee mit dem Rächer aus dem Totenreich nur angedeutet, aber dann nicht weiterverfolgt. Statt dessen greifen die Ermittler immer wieder nach fadenscheinigen und ständig wechselnden Verdächtigungen, wobei sogar ein von einem Opfer auf den Boden gemalter einzelner Buchstabe mit, je nach Betrachtungsweise, Doppelbedeutung für einen Täterbeweis herhalten muss.
Wahre Spannung kommt zu keiner Zeit auf, denn dazu ist die Story zu sprunghaft und die Figuren sind zu flach geraten. Wer als nächstes stirbt oder wer der Täter ist geht einem im Grund genommen an der Sohle vorbei, was für einen Giallo den Todesstoß bedeutet.
Auch die Mordszenen können kaum überzeugen, denn eine dichte Athmosphäre durch den gezielten Einsatz von Musik oder Kamera kommt nicht zustande. Das Ganze wirkt lustlos runtergekurbelt, wobei die mindestens fünffache Wiederholung der Taten hintereinander im Loop mit verschiedener Farbgebung zwar anfänglich interessant ist, aber mit zunehmender Häufigkeit nervt und wenig Sinn macht. Schlecht ist auch der Kehlenschnitt geraten, bei dem man diesen in einer Nahaufnahme serviert bekommt, in der darauffolgenden Totalen aber kein Tröpfchen Blut am Hals des Opfers auszumachen ist (Continuity mangelhaft) oder der deutlich als miserabler Trick entlarvte Hüpfer vom Eifelturm.
Die Darsteller sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei. Die Mädels sind zwar allesamt hübsch anzuschauen, wofür sie im Endeffekt auch nur da sind, aber Genregrößen wie Howard Vernon bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück und von Playboy Rolf Eden erwartet man sowieso keine Mimikakrobatrik. Kläglich scheitert auch der Versuch des Darstellers des ersten Mordverdächtigen (bin zu faul den Namen nachzuschlagen) einen wütenden Frauennichtversteher zu mimen. Besonders amüsiert habe ich mich über sein "Hämmern" an die Tür seiner Ex-Frau, wobei er vor dem Auftreffen seiner Fäuste auf die Tür das Tempo bremst, da die Tür ja hätte Schaden nehmen können.
Immerhin ist der Film gut für eine Menge an unfreiwilliger Komik. Die Ermittlungen der Polizei sind an Deppenhaftigkeit kaum zu überbieten und viele andere gesprochene Worte sorgen für Heiterkeit, wobei einer meiner Highlights der ausgeklügelte Dialog zwischen den beiden Männern ist, die gerade den Geköpften entdecken (Mann 1: "Oh Gott!" - Mann 2: "Ihm hats den Kopf abgerissen!" - Mann 1: Sowas..." - Mann 2: "Ja!").
Insgesamt bin ich von diesem Werk aus der ansonsten bisher immer ordentlichen X-Italo-Giallo-Serie ziemlich enttäuscht, denn so richtig giallig wirds nicht, da keine Spannung aufkommt und für eine interessante Tätersuche Drehbuch und Inszenierung zu mau bleiben. Immerhin gibts, wenn auch ungewollt, Aktivität fürs Zwerchfell.