Der junge Antoine (Pietro Martellanza) will seine Geliebte, die Edelprostituierte Francine (Barbara Bouchet) aus ihrem halbseidenen Milieu befreien. Doch als sie nach einem Streit mit ihm ermordet aufgefunden wird, befindet das Gericht ihn im Eilverfahren für schuldig und verurteilt ihn zum Tode. Er schwört allen Beteiligten Rache aus dem Grab…
Ein in Paris angesiedelter Giallo, der ausführlich in plüschigen Stimmungsbildern aus Oberschicht und Halbwelt schwelgt, einem Kosmos, in dem der Weg des aufrichtig Liebenden als einsamer und aussichtsloser Kampf gegen ungehobelte Frauenhelden, zudringliche Lüstlinge und kleinmütige Nischenfummler erscheint, als verzweifeltes Aufbäumen eines in die Ecke getriebenen Romantikers, für den auf dem florierenden Markt der Triebe kein Platz mehr ist. Das ahnungsreiche Spiel mit dem mahnenden Blick, der von den Augen des Toten auszugehen scheint, um die Lebenden in den Bann zu schlagen und ihr schlechtes Gewissen zu provozieren, verleiht der Moritat einen gewissen überwirklichen Reiz. Die schwelgerische Musik bindet auch inszenatorisch schwächere Szenen in ein Gesamtwerk ein, das einfach, aber einnehmend gestaltet ist und der Atmosphäre Vorrang vor dem Nervenkitzel einräumt.