South-America, where life is cheap!
Das suggeriert zumindest die seltsame Stimmung dieses obskuren, holperigen und leicht sagenumwobenen Mad-Scientist-Murks aus Ecuador.
Die story ist marginal (Ur-Re-animator-stuff) und wird völlig unzusammenhängend und wirr vorgetragen. Trägt aber auch irgendwie zur komischen Stimmung bei...
Und gerade diese atmosphärischen, nebelverhangenen Szenen im Sumpf werten diesen cheapo enorm auf. Wobei Trebbin in "Angst..." schon richtig erwähnte, daß diese gelungenen Teile wohl eher Zufallstreffer im technisch ansonsten sehr schluderigen Filmchen darstellen.
Das bringt uns zu den Darstellern: allesamt laienhaft bis übel chargierend oder auch mal kurz von der Straße weg ins Geschehen gehüpft, tja...
Nun zur legendären Leichenszene:
Dachte ich die letzten 10 Jahre, es würde sich hierbei halt um eine typische, eingefügte Autopsie á la Faces of Death handeln, war ich dann doch etwas erstaunt. Einige Darsteller (und eben die crew hinter der Kamera) stehen in einer Art Krankenhausraum, im unteren rechten Bildausschnitt wird nebenbei, beinahe "unbeteiligt", einem toten Latino-Typ durch einen Fachmann (?) der Brustkorb geöffnet. What the Fuck?!
Wie soll man diesen Gehirnficker jetzt bewerten?
Insgesamt lohnt sich der Streifen für Freunde der obskuren, abwegigen Filmkost durchaus. Er bietet teilweise sehr schöne Musikuntermalung und soundeffekte, und eben angesprochene atmosphärische Szenen, die Sumpf der Raben sogar eine leicht experimentelle, esoterische Note Richtung Jodorowsky verleihen. (Wobei der direkte Vergleich doch eher Blasphemie darstellt.)
Und natürlich wird auch der Trash-Faktor nicht zu knapp bedient (Klamotten+Gesichtsausdrücke+Dialoge). Eine freche Mischung, die aber durchaus zu unterhalten weiß. Irgendwie krank, irgendwie faszinierend und ganz sicher ein dicker, juckender, immerblühender Eiterpickel am Arsch der Filmgeschichte. 5/10
MovieMadness