Selbst eingefleischte Slasher-Fans stolpern bisweilen über Filme, von denen sie noch nie zuvor gehört haben. Dabei muss es sich gar nicht mal um aktuelle Produktionen handeln. Nein, gerade die seligen 70er und 80er fördern so manche Streifen zutage, die jahrzehntelang ein Schattendasein fristeten. Dass einige dieser Produktionen aber durchaus zurecht vergessen wurden, das zeigt z.B. dieses Schlitzermovie, bei dem neue oder gut eingesetzte Ideen Mangelware sind.
Eine Schwesternschaft beschließt in ihrem Verbindungshaus eine Party abzuhalten, was ihnen die, seit einem traumatischen Erlebnis verbitterte, Hausmutter Mrs. Slater (Lois Kelso Hunt) jedoch verbietet. Ihre ewigen Bosheiten leid, bedroht die zickige Vicki (Eileen Davidson) die Hausmutter daraufhin mit einer scheinbar nicht geladenen Waffe. Doch die Situation eskaliert, woraufhin Mrs. Slater im Affekt erschossen wird. Ja ja, hätte die gute Vicki lieber mal nachgesehen, ob auch wirklich keine Kugeln drin gewesen sind. Da die Partygesellschaft schon am Anrücken ist, versenken sie und sechs ihrer Verbindungsschwestern, die ebenfalls zugegen waren, die Leiche im Swimmingpool, um kein Aufsehen zu erregen. Sobald die Party vorbei ist, würde dann die Polizei benachrichtigt werden. Alles ganz simpel, wie es scheint, auch wenn sich die Mädchen nach dieser Sache nicht gerade wohl in ihrer Haut fühlen. Vor allem die pflichtbewusste Katherine (Kathryn McNeil) drängt darauf, die Feier frühzeitig zu beenden und die Ordnungshüter so schnell wie möglich zu benachrichtigen. Noch ahnt sie nicht, was ihr und ihren Freundinnen noch bevorsteht. Denn nur kurze Zeit später, beginnt ein Unbekannter die Reihen der Verbindungsschwestern erheblich zu lichten...
Gleich vorweg: "The House on Sorority Row" gehört bestimmt nicht zu den schlechtesten Slashern aller Zeiten. Die Story hat durchaus etwas für sich (wenn sie auch an Paul Lynchs "Prom Night" erinnert), die Darsteller(innen) machen ihre Sache recht passabel, der Score ist ebenfalls zufriedenstellend und die Produktion im Allgemeinen auf ordentlichem Niveau. Mehr als Mittelmaß liegt hier letztendlich aber doch nicht drin, was zum einen am stereotypen Handlungsablauf liegt (sobald das Morden einmal angefangen hat, kann man mit Bestimmtheit sagen, wenn es gleich erwischen wird), zum anderen an der Tatsache, dass hier lediglich mehr oder weniger kreativ aus diversen populäreren Slashern zusammengeklaut wurde. Egal ob "The Slumber Party Massacre", "Black Christmas", "Freitag der 13." oder der schon erwähnte "Prom Night"- wer schon den ein oder anderen Klassiker gesehen hat, dürfte hier in punkto Überraschungen in die Röhre sehen. Dem Film fehlt schlicht und ergreifend die eigene Handschrift, er lässt aber auch ordentlich ausgearbeitete Charaktere vermissen. Man ist aus vergleichbaren Streifen zwar schon Schlimmeres gewöhnt, aber so egal wie einem die Mädels hier mitunter sind (final girl Katherine einmal ausgenommen), ist es nicht weiter überraschend, dass die Spannung nur auf Sparflamme köchelt.
Gorehounds dürften trotz der 18er Freigabe der UK-DVD enttäuscht werden, setzt der Streifen doch in der ersten Hälfte auf Zurückhaltung, um dann gegen Ende doch noch den ein oder anderen Effekt hervorzuzaubern. Diese wirken dann aber reichlich abgehackt, wenn auch nicht unkreativ (Stichwort: abgehackter Kopf in der Kloschüssel). Wird wohl wieder die MPAA ihre Zensurfinger im Spiel gehabt haben.
Was bei Genrefreunden für etwas Laune sorgen dürfte, ist der immer wieder aufblitzende unfreiwillige Humor, wobei besonders die Szene mit dem Müllcontainer und dem Polizeiwagen ein echter Brüller ist und die Mädchen in dieser Szene wesentlich dümmer wirken, als es Regisseur und Autor Mark Rosman beabsichtigt haben kann. Die Auflösung ist übrigens deutlich an einen der oben genannten Klassiker angelehnt und soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Es wäre aber auch nicht schlimm, wenn man es tun würde. Zumal Rosman auch noch frühzeitig einer anderen Lösungsmöglichkeit den Raum nimmt und der Film danach auf verhältnismäßig geradlinige Weise das Finale ansteuert.
Fazit: Wer nervenzerreißende Spannung und einfallsreich-blutige Morde sucht, sollte sich lieber nach einem anderen Genrevertreter umsehen. Dieser hier hat nämlich nur altbekannte Versatzstücke an Bord und lässt so manches Handlungspotential ungenutzt. Man bleibt zwar einigermaßen am Ball, weil man ja schließlich den Ausgang der ganzen Chose erfahren möchte. Da jener aber auch nicht gerade der Oberknaller ist und sich der Film gegen Ende zudem noch etwas wirr gestaltet, darf man "The House on Sorority Row" guten Gewissens versäumen. Denn hierbei handelt es sich um kein verkanntes Juwel, sondern belanglose Schocker-Ware. Dies aber immerhin auf einem nicht allzu nervtötenden Level. Die größte Überraschung dürfte ohnehin der Umstand sein, dass Regisseur Rosman, Mc Neil, Davidson und Nebendarstellerin Harley Jane Kozak ("Arachnophobia") hiernach kleine Karrieren starten konnten- und zum Teil auch heute noch recht ordentlich im Geschäft sind. "The House on Sorority Row" wertet das freilich nicht auf. Der "Malen nach Zahlen"- Slasher ist und bleibt arges Mittelmaß.
Noch 5/10 Punkten