Kunstausstellung: Vampirismus
Die Sucht nach Blut, nach Leben, nach Tod,
lieben wir nicht alle ein wenig die Not.
Ferraras Vampirkunstwerk in Schwarz und in Weiß,
führt wunderbar vor Augen, der Unsterblichkeit ihren Preis.
Als Kommentar auf den instinktiven Wunsch der Erlösung, klare Allegorie auf die Drogensucht,
vor solchen fatalistischen, imo recht feigen Gedanken gibt es kaum eine Flucht.
In den letzten Jahren hat man Draculas Nachfahren öfters hübsch und langsam inszeniert,
selbst in den Arthousekinos man wohl nach etwas Blut giert.
Doch die meiste Zeit ist diese Verführung, diese Sucht eher Kunstwerk als Blutrausch,
sie packt dich 80 Minuten in einen einlullenden Bausch.
Das langweilige Studieren im Kontrast zum sinnliche Gieren,
auf solche kontrastreichen Bilder kann man nicht aufhören zu Stieren.
Lehn mich doch entschieden ab, heißt es immer wieder,
von dieser Schwäche der Menschen können wir singen ganze Lieder.
Mal wieder wischen Bahnhof und Kunst, zwischen Leben und Tod,
selten gab es eine derart intensive Beissererfahrung ganz ohne Rot.
Fazit: poetisch, kryptisch, wunderhübsch. Wahrscheinlich der künstlerisch wertvollste Vampirfilm aller Zeiten und eine der treffendsten Allegorien des Genres. Mit heftigem Einfluss von Jarmusch bis Amirpour. Fesselnd, hypnotisch und philosophisch. Bissig und belehrend. Ein Gedicht zum Einschlafen.