Review

Die Kritik beruht auf der Unrated-Fassung!

Mit "Wrong Turn" entstand vor einigen Jahren ein kleiner Backwood-Slasher, der es trotz einiger harter Szenen ungekürzt mit einer FSK:16-Freigabe in die hiesigen Kinos geschafft hatte.

Aufgrund des finanziellen Erfolgs hat sich aus "Wrong Turn" eine kleine Reihe entwickelt, die es mittlerweile auf drei Teile gebracht hat.
Inszenatorische Qualität, wie sie beim Original noch vorhanden war, ist bei den Fortsetzungen kaum erkennbar, stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf derbsten Gore- und Splatterszenen, die es nicht einmal mit einer 18er-Freigabe in Deutschland ungeschnitten auf DVD geschafft haben. Teil 3 musste sogar ordentlich Federn lassen, obwohl er vom hiesigen Verleih der Juristenkommission zur Sichtung vorgelegt wurde.

Der letzte Teil der Reihe mit dem Untertitel "Left For Dead" darf auch zum schlechtesten aller drei Teile gezählt werden, auch wenn die Idee mit dem Gefangenenausbruch nicht schlecht ist und durchaus Potential gehabt hätte um für zusätzliche Spannung zu sorgen.

Doch leider kommt das Beste gleich zu Beginn und bietet neben den obligatorischen nackten Silikon-Titten auch gleich den Höhepunkt an Splatter, wobei auch in der zweiten Fortsetzung die legendäre Pfeil-ins-Auge-Szene zitiert und durch einen ausgeschossenen Augapfel erweitert wird.

Vor allem die Fans von handgemachten Effekten werden auf ganzer Linie enttäuscht sein, denn sämtliche Splatterszenen sind billige CGI-Effekte.
Wird  in ähnlichen Streifen das kreative Töten nahezu zelebriert, werden bei "Wrong Turn 3" immer wieder die gleichen Tötungsszenen wiederholt: ob Aufspießen, Zwei- oder Dreiteilung - die billigen Effekte werden nur noch von der Einfallslosigkeit des Drehbuchautoren übertroffen.
Lediglich die eingebauten Actionszenen weisen Qualität auf, ansonsten bewegen sich die Effekte genauso wie die darstellerischen Leistungen auf unterdurchschnittlichem Niveau.

Der Handlungsplot um den Gefangenenausbruch dient lediglich dazu den Zuschauer mit altbekannten Klischees zu langweilen, während das übliche Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip lustlos und ohne nennenswerte Überraschungen abgespult wird.

Bei so vielen negativen Aspekten fallen dann auch grobe Logiklöcher, Unglaubwürdigkeiten und Unwahrscheinlichkeiten stark ins Gewicht. Anscheinend hatten die Produzenten lediglich eine grenzdebile Zielgruppe im Visier, anders ist nicht zu erklären, dass der Film dem Zuschauer vorgaukeln will, dass in den Wäldern seit Jahren ein Geldtransporter mit Millionenbeute steht, der dann ausgerechnet von den entflohenen Häftlingen entdeckt wird.

Langweilig ist "Wrong Turn 3" nicht unbedingt, aber fehlende Qualität und vor allem akuter Mangel an Spannungsmomenten machen aus Teil 3 der Reihe nur ein durchschnittliches Vergnügen mit einer gelungenen Schlußpointe, die Aussicht auf die Fortsetzung der Reihe macht.

5 von 10 Augäpfeln!

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