Der gedungene Auftragskiller Silk tötet bei dem Versuch, einige belastende Papiere in seinen Besitz zu bringen, die Mutter der jungen Susan Walker vor deren Augen, welche daraufhin verstört und mit Amnesie ins Ashland-Sanatorium für geisteskranke Frauen einfährt. Um die besagten Papiere doch noch aufzutreiben und die unliebsame Augenzeugin zu beseitigen, schleusen seine Hintermänner Silk als Pfleger in die Anstalt ein. Susan hat derweil allerdings noch größere Probleme als den Psychopathen, der es auf sie abgesehen hat: Wer nicht spurt, wird nämlich ins "Höllenloch" - den stillgelegten Heizungskeller des Gebäudes - verfrachtet, wo die irre Leiterin von Ashland Dr. Ellen Fletcher bizarre Experimente mit ihren Patientinnen durchführt und ihre bisherigen lobotomisierten Versuchskaninchen in Zellen gefangen hält... "Hellhole" bringt ziemlich viele verpönte Genre-Sujets unter einen Hut, denn los geht das Ganze als recht typischer Slasher-Streifen mit perverser Kante à la "Maniac" oder "Todesschrei per Telefon", bevor die Angelegenheit urplötzlich einen Schlenker in Richtung Women-in-Prison-Gefilde macht und das alles obendrauf noch mit ein paar Mad-Scientist-Motiven garniert. Das Resultat ist ergo kein "seriöser" Thriller, sondern ein ziemlich geschmackloser Sleaze-Streifen, in dem es inhaltlich drunter und drüber geht... und der dadurch aber sogar irgendwie besser dasteht! In typischer Frauenknast-Manier wird hier nicht mit den billigen Schauwerten gegeizt: Der erste nackige Cat-Fight in der Gemeinschaftsdusche lässt da nicht lange auf sich warten und in der Koje wird lesbisch rumgefummelt. Und sämtliche bekloppten Uschis haben übrigens 80s-Hardbodies und Tanlines, is' klar, ne? Ein bisschen Schade ist da nur, dass ausgerechnet Hauptdarstellerin Judy Landers ihre Klamotten züchtig anbehält, aber die Landers-Schwestern haben es ja sogar auch mal fertig gebracht, sich für den Playboy fotografieren zu lassen, ohne sich ausziehen zu müssen. Nach dem echt fiesen und sadistischen Eingangs-Mord hält sich der Streifen über den größten Teil seiner Laufzeit gewalttechnisch eher bedeckt, erst zum Schluss wird da wieder die Axt geschwungen... von wegen "Der härteste Frauengefängnis-Film, der jemals gedreht wurde!", wie es einem der Text auf der Rückseite des Blu-ray-Covers weismachen will! Im Ergebnis wirkt das alles eher so wie das, was dabei herausgekommen wäre, wenn Russ Meyer mal einen reinen Horrorfilm gemacht hätte, und das nicht nur, weil seine Ex-Frau Edy Williams hier auch mitspielt und blank zieht. Die darüber hinaus noch illustre Besetzung mit Marjoe Gortner und "Maniac Cop"-Robert Z'Dar (hier gelistet als "Robert Darcy", aber ich hab' ihn am Kinn erkannt!) in den Nebenrollen sowie ein Cameo von "Ilsa"-Dyanne Thorne puscht die Chose da schnell in Richtung "Kultfilm", wo eh andere Maßstäbe in Sachen Qualität angelegt werden müssen. Die beiden herausragenden Performances von "Hellhole" (im positivsten Sinn) liefern jedoch Ray Sharkey als erinnerungswürdiger Killer Silk sowie Mary Woronov in der Rolle der Dr. Fletcher, die aufgrund ihrer "sexuellen Neurosen" (Original-Zitat!) mit ihren Patientinnen herumexperimentiert. Mahlzeit! Inszenatorisch ist das alles gar nicht mal so daneben und weist sogar gelegentliche Anflüge von Style auf, wenn das dustere "Höllenloch" da ab und an recht stimmungsvoll ausgeleuchtet wird, weswegen man entweder No-Name-Regisseur Pierre De Moro oder Tom DeSimone, der die Nachdrehs besorgt hat, durchaus ein Kompliment aussprechen kann (aber wer weiß schon, wer hier was runtergekurbelt hat?). Mit ein bisschen mehr Sorgfalt auf der Drehbuch-Ebene (was genau steht da jetzt eigentlich in den Papieren, um die es da geht? Keine Ahnung!) hätte "Hellhole" sogar noch besser werden können, aber auch so ist er 'ne ziemliche Sause und eine Bereicherung für jeden Jungs-Abend mit Bier und Brezeln...
6/10