8
kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 03.02.2013 Was Nicolas Cage später unter Werner Herzog als surrealistisch gefärbte Psychopathie interpretierte, ist bei Harvey Keitel reinste Abgefucktheit. Als Low-Budget-Film teilt sich "Bad Lieutenant" ein New York mit Martin Scorsese, wie dieser es für "Taxi Driver" und "Hexenkessel" darstellte. Dabei zieht Abel Ferrara das von Drogen und Gewalt gezeichnete Großstadtleben radikal in eine Parallele mit dem Glauben und schreckt auch nicht vor grafischen Explizitheiten zurück, beziehen diese sich nun auf Nacktheit, Gewaltausübung oder auch religiöse Symbolik, die fast schon profan in die dreckigen Sets eingebettet wird. Einfacher und unmittelbarer als das Remake, aber eben auch eindringlicher. *weitere Informationen: siehe Profil
10
Dreckig, hemmungslos und verdammt beeindruckend. Harvey Keitel brilliert in Abel Ferrara`s genialem Psychodrama. Radikal, verstörend, unvergesslich. Kein Licht, keine Hoffnung. Gewalt als Lebenszeichen. Erschütternd, clever und entlarvend.
8
Harvey Keitel spielt den bis zum Hals im Drogen- und Wettsumpf steckenden Polizisten mit dem gelinde gesagt "verkorksten" Leben 1A. Er IST einfach der Bad Lieutenant. Auch wenn ab und an seine schmerzverzerrten Gesichtsausdrücke sehr gezwungen und lächerlich aussehen. Trotzdem könnten nicht viele diesen Part genauso überzeugend rüberbringen wie er. Der Film zieht sich sehr, da oft minutenlang nur wiederholt wird wie sich der Bad Lieutnant mal wieder zudröhnt oder sich nen Schuss verpasst. Das Ende war für mich keine große Überraschung. Was bleibt ist ein zähes Stück Film mit einem grandiosen Hauptdarsteller. Sollte man gesehen haben! Film: 6 / 10 Harvey Keitel: 10 / 10
7
Schwerer Stoff von Independent-Regisseur Abel Ferrara. Die Kamera hält unerbittlich drauf auf den Selbstzerstörungstrip des von Harvey Keitel überragend verkörperten abgefuckten, hoffnungslosen Bullen ohne jegliche Ideale oder Moral. Ferrara schafft es, die New Yorker Großstadt als anonymes, ekliges Moloch darzustellen (oder einzufangen?) und den ganzen Film als eine einzige desillusionierende, verstörende Tortur wirken zu lassen. Woran es "Bad Lieutenant" aber mangelt ist ein klarer Spannungsbogen, der den Zuschauer zum zwar schockierenden, aber gewissermaßen wenig überraschenden Ende führt.
10
Bad Lieutenant ist für mich der warscheinlich beste Ferrara Streifen neben King of new York. Harvey Keitel spielt die Rolle perfekt. Man sieht einen korrupten Polizisten der sich mehr und mehr mit Drogen, Alkohol und seiner Spielsucht zerstört. Durch seine Spielsucht hat er enorm hohe Schulden bei der Mafia. Seine vermutlich letzte Chance ist die Vergewaltiger einer Nonne zu fassen, um eine Belohnung zu kassieren damit er seine Schulden bezahlen kann... Für mich ist die Rolle die Keitel liefert eine Glanzleistung er verkörpert die Rolle nicht nur sondern er ist der Bad Lieutenant. In diesem Film gibt es keine schönen Momente, es gibt auch keinen Guten oder einen Bösewicht. Der Film zeigt schonungslos die Selbstzerstörung eines Menschen bis zum bitteren oder auch erlösenden Ende.
9
Harvey Keitel in absoluter Höchsform in einem Meisterwerk an kuriosem Film. Ich hab mich selten so gut unterhalten gefühlt und habe noch nie erlebt, dass ein Film so weit geht in Sachen Drogen und Sex. (Nicht unbedingt an den Akten - aber an der Atmosphäre.) Allein die Idee wie er zwei Mädchen im Auto erpresst ihn anzumachen um sich dabei einen zu schütteln, war eine Idee die Ihresgleichen sucht. Genau so wie der Film, der in seiner Art einzigartig ist und bestimmt mal was neues. Nie war Recht und Unrecht so nah zusammen!
8
Harvey Keitel in der Rolle eines etwas anderen Polizisten. Er zieht sich ständig Koks rein, raucht Crack, und knallt sich noch mit anderen Sachen die Birne weg. Zudem ist er enorm wettsüchtig und erledigt auf seine spezielle Art von Gerechtigkeit begangene Straftaten seiner Mitmenschen. Als jedoch eine Nonne von Schwarzen brutal vergewaltigt und ein Kopfgeld auf jene ausgesetzt wurde, setzt er alles darauf, die Täter festzunageln, um sich aus seiner Lebenskrise zu befreien. Sein Problem ist allerdings, dass die Nonne die Tat überdenkt und der Polizei nicht helfen möchte, die Täter zu überführen. Der Film hat wirklich seine eigene erschreckende Art. Der Bad Lieutenant ist wirklich total fertig und baut nur Scheiße, macht permanent Schulden und wandelt zwischen Traum und Realität. Viel darf diskutiert werden, doch ich mach es jetzt kurz und knapp: Ansehen!!Da er einfach geil gespielt ist!
10
Der New Yorker Undergroundfilmer Abel Ferrara drehte mit "Bad Lieutenant" einen der besten Filme aller Zeiten. Die Leidensgeschichte des buchstäblich pervertierten Polizisten, der sich im Großstadt-Moloch auf der Suche nach Erlösung selbst zugrunde richtet ist so eindringlich, dass man sich nach dem Ansehen erst einmal sammeln muss. Harvey Keitel spielt seine Rolle schlichtweg perfekt und lässt den Film nicht nur deprimierend, sondern geradezu niederschmetternd wirken. Fazit: Unbeschreiblich.