'Monte Walsh' war einer der Lieblingsfilme Lee Marvins. Er ist einer der ersten Spätwestern. Aber im Gegensatz zu den meisten Filmen dieses Subgenres wird das Verschwindenden des alten Westens hier nicht romantifiziert sondern eher realistisch abgebildet. Monte Walsh ist ein Cowboy
der die Veränderungen der Zeit die beginnende Technisierung/Industrialisierung nicht mitmachen kann und so mehr + mehr ins wirtschaftliche Abseits gerät. Am Ende muss er auch noch auf die Liebe seines Lebens verzichten...
Ich würde 'Monte Walsh' als eine realistische Ballade bezeichnen. Lee Marvin ist engagiert und überzeugend wie selten, er zeigt schauspielerische Fähigkeiten die man ihm kaum zugetraut hätte. Herzerwärmend ist zudem die Liebesgeschichte mit Jeanne Moreau, zwischen beiden stimmt die Chemie und ich kann mich nicht erinnern Marvin je in einer so innigen Romanze gesehen zu haben. Dazu gibt es einen gutgelaunten und ausnahmsweise völlig normalen Jack Palance, den späteren Ewing Jim Davis und Bo Hopkins in eine Kurzrolle.
Guter Spätwestern der auch solide bebildert und montiert ist, einzig die Musik des James-Bond-Komponisten John Barry ist ziemlich unpassend, Western konnte er halt nicht.
Für Western- und/oder Lee Marvin-Fans empfehlenswert.