Review

Bekommt ein Mann Shrimps in die Augen gestochen. Er schreit: "Sie hat mir Shrimps in die Augen gestochen". Hat die Pistole eines anderen Mannes Ladehemmungen. Er sagt: "Meine Pistole hat Ladehemmungen." Zittert jemand vor Angst. Er sagt: "Ich zittere vor Angst". 

Mit überraschend großem humoristischen Effekt lässt der Film seine Figuren immer wieder das offensichtliche ausformulieren. 90 Minuten lang. Und es ist kurioserweise immer  lustig. Kleines Kunststück.


Bereits am Anfang startet "RoboGeisha" voll durch. Die ersten zehn Minuten des Films stellen ja schon eine so kreative Splatter-Groteske dar, dass man ob ihrer Beklopptheit tierisch lachen muss. Da jagt eine meschuggene Regie-Idee die nächste. Und die filmische Objektisierung des weiblichen Körpers wird konsequent auf die Spitze getrieben mit kybernetisch gepimpten und als Waffe instrumentalisierten Frauen. Die Typen, die diesen Film gemacht haben, nehmen garantiert viele Drogen oder haben schlicht einen an der Klatsche. Man will ja teilweise gar nicht glauben, was man in "RoboGeisha" für Absonderlichkeiten zu sehen bekommt. LMFAO!


Im weiteren Verlauf baut "RoboGeisha" aber etwas ab und erzählt in einer Rückblende erst mal ein mittelprächtiges Schwestern-Drama, welches die Grundlage des Plots bildet:


Zwei Schwestern leben nach dem Tod der Eltern alleine zusammen. Die Ältere ist eine angesehene Geisha. Sie unterdrückt ihre jüngere Schwester und hält sie quasi als Magd und Prügelmädchen, will sie aus egoistischen Motiven nicht zur Entfaltung kommen lassen. Doch ein junger, gut aussehender Geschäftsmann und Kunde der älteren Schwester erkannt das Potential und die mentalen Fähigkeiten der Jüngeren. Er lädt beide Frauen in seine Firmenzentrale ein. Bald stellt sich heraus, dass er und sein Vater nach der Weltherrschaft lechzen und zu diesem Zweck eine Armee von kybernetisch aufgemotzten Auftrags-Mörderinnen halten. Die beiden Schwestern werden, mit sanftem Druck, rekrutiert....


Nicht nur das Set Design der Firmenzentrale, sondern auch der Umstand, dass im Score einige Akkorde der James Bond-Titelmelodie eingewoben sind, wecken eindeutige cineastische Parallelen. Im Großen und Ganzen ist "RoboGeisha" der japanischen Kultur aber treu und behandelt viele typische Dinge wie Ehtverständnis, etc.


Nachdem die Rahmen der Erzählung gesetzt sind, nimmt der Film wieder Fahrt auf. Toll getimte, humoristisch grandiose, vor perverser, doch augenzwinkernder Kreativität strotzende Kampf- und Tötungsszenen. "RoboGeisha" schafft es immer wieder, nochmal einen draufzusetzen.


Besonders erfreut haben mich jedoch die ausgedehnten CGI-Sequenzen, die massiv zum Unterhaltungswert des Films beitragen. Es sind wohl die beschissensten CGI, die wo gibt, und sie wollen viel mehr als das Budget des Films zulässt. 

Doch die Filmemacher scheinen sich dessen bewusst zu sein und setzen die beschissenen CGI gekonnt zur aberwitzigen Steigerung des Humors des Films ein. Phantastisch, mit welchem visuellen Ideenreichtum im halbstündigen Showdown völlig unrealistisch und größenwahnsinnig aussehende Action-Sequenzen geschaffen werden, die nicht nur an sich schon ein Witz sind, sondern auch noch voll sind mit übersteigert grotesken humoristischen Szenen.


Lange Schreibe, kurzer Sinn: "RoboGeisha" ist ein auf die Spitze des Grotesken getriebener kranker Film von kranken Leuten für kranke Leute. Ergo: Macht Laune!

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