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Nach Vorlagen des Tarzan-Erfinders Edgar Rice Burroghs entstanden Mitte der Siebziger einige Filme, die in ein unentdecktes, von Sauriern bevölkertes Land führten, manchmal auch zum Innern der Erde.
Einer dieser Streifen war „Caprona – Das vergessene Land“ und dieser hier bildet quasi die Neuauflage des angestaubten Dinosaurier-Streifens.

Die Erklärung für die Reise durch die Zeitschleuse lässt nicht lange auf sich warten: Das Bermuda-Dreieck. So strandet Frost Michaels (C. Thomas Howell, gleichzeitig Regisseur des Streifens), nebst Frau, Kapitän und einem weiteren Paar auf der scheinbar unbewohnten Insel, bis ein Flugsaurier aufkreuzt und den ersten wegschnappt.
Neben weiteren Sauriern bildet das nicht die einzige Gefahr, denn ein paar Deutsche leben seit dem Krieg (welchem?) hier (und sind seither nicht gealtert) und schnappen sich alsbald die Frau des Helden…

Das Original war bereits Trash und auch hierfür sollte der geneigte Zuschauer ein Faible für solch hanebüchene Abenteuerfilme mitbringen, um überhaupt ein wenig Freude an der Chose zu haben.
Denn die Dino-Action wird aufs letzte Drittel verlagert, während die Einbindung von weiteren Urzeitwesen leider Mangelware ist.
Das dürfte in erster Linie an den minderwertigen CGI liegen, denn beim genaueren Hinsehen fallen die Texturen, Schattierungen und detailgetreuen Ausarbeitungen doch sehr primitiv aus.
Zuweilen werfen die Viecher noch nicht einmal einen Schatten und die Integration in die an sich malerische Landschaft gelingt nur stellenweise.

Dafür hat man sich eine nette und größtenteils sogar sympathische Crew zusammengebastelt, denn neben dem zauseligen Kapitän und einem Bruchpiloten aus den Fünfzigern sorgen vor allem die klischeebeladenen Deutschen, nicht zuletzt aufgrund ihrer völlig depperten Synchronisation für einige Schmunzler.
Dazu gesellen sich haarsträubende Dialoge und so richtig behämmerte Verhaltensweisen, denn die Deutschen sind zwar zu blöd, den Motor für ihr U-Boot flott zu machen, bekommen aber einen kleine Generator in Gang, um alte Strauß-Platten zu hören.
Zwar muss man sich final zu einer deutsch-amerikanischen Freundschaft zusammenraufen, doch auch dieses Zusammenspiel bleibt nicht ohne komische Momente.

So muss man Erdöl zu Diesel umbrennen, den einen oder anderen Dino weglocken, auf die Flut warten, nicht jedem trauen und versuchen, regelmäßig an Trinkwasser zu kommen.
Stellt sich nur die Frage, wie die an sich dummen Deutschen über Jahrzehnte mit ihrer Munition ausgekommen sind, wenn diese alle Nase lang auf umherstrolchende Dinos abgefeuert wurde.

Größtes Manko des Streifens ist demnach der Einsatz mehrerer Urzeittiere und der fast vollständige Verzicht auf eine härtere Gangart (ein Durchgebissener ist die einzige Gewaltszene). Darstellerisch brauchbar (obgleich Howell in der Hauptrolle durchweg knorrig dreinschaut), musikalisch nett untermalt, ist der Film definitiv etwas für Freunde schrottiger Abenteuer, zwar mit genügend Bewegung und dem daraus schlussfolgerndem Unterhaltungswert, doch die Action bleibt dabei eher auf der Strecke.
Wer also „Caprona“ richtig super fand, sollte einen Blick riskieren, alle anderen eher einen weiten Bogen um den Streifen machen, denn zuviel Doofheit, gepaart mit kompletter Vorhersehbarkeit, könnte den einen oder anderen Zuschauer arg irritieren…
5 von 10

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