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Die deutschen Fußballfans, von denen es ja eine handvoll gibt, werden von der Polizei in drei Kategorien eingeteilt: Kategorie A, der normale Fußballzuschauer; Kategorie B, der Zuschauer, der durch Alkoholeinfluss durchaus zu Gewaltbereitschaft neigen kann; Kategorie C, der gewaltbereite Hooligan, der aus dem Grund zum Spiel fährt um Gewalt auszuüben. Streng genommen gibt es noch eine vierte Kategorie, die der Ultras. Diese Gruppierung existiert nahezu unter Fans jeglicher Vereine, und diese scheuen auch nicht davor zurück Unbeteiligten Schaden und Verletzungen zuzufügen. Die "normalen Hooligans" hingegen schlagen sich lediglich untereinander, ohne andere Fußballfans mit einzubeziehen.

Falls man dieses Wissen nicht besitzt, kann es durchaus interessant sein, die Dokumentation von Franziska Tenner anzusehen. Andernfalls bieten einem die 85 Minuten von KATEGORIE C nichts wirklich Neues. Vielmehr ist vieles einfach nicht fundiert genug, und die gesamte Arbeit stützt sich lediglich auf die Hooligans der Leipziger Vereine "Lok" und "Chemie". Von diesen beiden Gruppierungen kommen im Laufe der Doku jeweils zwei Fußballrowdys in Interviews zu Wort, wobei man aber durchaus oft merkt, dass da auch rechtsradikale Hintergründe eine Hauptrolle zu spielen scheinen. Am Rande werden auch zwei Polizisten zu dem Geschehen befragt und man sieht diverse Ausschnitte aus den Fankurven, dem Boxclub, oder dem Zuhause der Hools. Auch ein paar verwackelte Handkamera-Aufnahmen von Scharmützeln der Gruppen werden teilweise gezeigt, aber hier ist wirklich so wenig zu erkennen, dass man sich das hätte sparen können.

Auf die Problematik die hinter der ganzen Gewalt steckt, wird so gut wie nicht eingegangen. Hier hätte Tenner weitaus aggressiver vorgehen müssen, um aufzuzeigen, was zur Gewalt führt oder auch wohin diese Gewalt führt. Unterm Strich bleibt also eine eher lieblose Abhandlung über diese heikle Thematik, in der sich ein paar Idioten dafür rechtfertigen dürfen, was sie tun.

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