Es musste wohl so kommen, dass die Halloween-Dämonen der Achtziger und Neunziger noch einmal zum Leben erweckt werden und eine Frischzellenkur in Sachen Maske und Effekte durchmachen sollten. Regisseur Adam Gierasch, der mit „Autopsy“ ein beachtliches Debüt hinlegte, konzentriert sich auf die wesentlichen Zutaten des Party-Horrors und lässt dieses Remake fast schon wie eine legitime Fortsetzung aussehen.
Es ist mal wieder Halloween und einige Teens um Maddie feiern im von Angela angemieteten Hull House die große Fete, bis die Polizei das Spektakel beendet. Als man im Keller auf einige Skelette stößt und Angela sich am Gebiss eines solchen verletzt, verwandelt sie sich kurz darauf in einen Dämon und stürzt sich auf die übrig gebliebenen Partygäste…
Erwähnenswert ist vor allem die in Stummfilmcharakter eingewobene Hintergrundgeschichte von 1925 mit Sepia-Effekten und kleinen Bildmaterialfehlern, welche die Vorgeschichte mit wenigen Szenen gekonnt auf den Punkt bringt, - eine unglückliche Liebe mit dazugehöriger Seance ist mal wieder Schuld am Ursprung des dämonischen Treibens.
Bis sich dieses allerdings in der Jetztzeit einstellt, wird deutlich zuviel Zeit mit den oberflächlichen Figuren verbracht, indem sich die durchweg adretten Girls ihre Partybekleidung anlegen, über anwesende Jungs orakeln und alsbald zum Saufen und Tanzen übergehen, während nebenher ein reichlich heruntergekommener Edward Furlong in der adäquaten Rolle eines kleinen Drogendealers auf der Party erscheint, um etwas Geld zu verdienen.
Spätestens, als ein Lippenstift in einer Brust verschwindet, ist allerdings etwas Feierlaune angesagt, denn hier geben sich herrlich flache Dialoge und grobschlächtiges Make-up die Klinke in die Hand, während anbei ein wenig Blut vergossen wird, indem eine Brust aufgerissen und eine Gesichtshaut abgezogen wird, ein Feuerhaken im Bein landet und ein Beinbruch nach einem Fall involviert sind.
Zudem kommen einige Tentakeln, glitschige Greifarme und Regenwürmer zum Einsatz, wobei die sexuelle Gier der Infizierten zu reichlich kalkulierten Erotikeinlagen führt, welche ein wenig einseitig verlaufen und kaum Spannung zutage fördern.
Ein passables Tempo ist ab Filmmitte dennoch gegeben, denn es ist viel Bewegung im Spiel als die Überlebenden einen Ausweg durch einen Tunnel suchen, Bannsprüche hinter einer Wand entdecken und sich dadurch sicher wähnen, während die Dämonen in regelmäßigen Abständen angreifen und mit rostigen Eisenstangen halbwegs auf Distanz gehalten werden können. Natürlich gibt es auch Parallelen zum Original, denn gegen Ende wähnt man sich zu früh in Sicherheit und auch der kleine Kalauer nach dem Abspann darf natürlich nicht fehlen.
Darstellerisch ist ein passables Niveau anzutreffen und es gibt ein Wiedersehen mit ein paar bekannten Gesichtern, da sich neben Furlong auch Tiffany Shepis und Shannon Elizabeth die Ehre geben. Ein Cameo mit Schmunzelfaktor liefert hingegen Linnea Quigley, die bereits im Original mit von der Partie war.
Und allzu weit von diesem ist dieses Remake mit seinen handgemachten Effekten und den wulstigen Dämonenmasken nicht entfernt, da sich die Erzählung recht zeitlos gibt und moderne Elemente wie Handy, iPhone und Konsorten komplett außen vor lässt, - selbst der Soundtrack mit einigen düsteren Songs klingt ein wenig retro.
Aufgrund der kompletten Vorhersehbarkeit und ausbleibender Originalität birgt der Stoff zwar keinerlei Überraschungen oder Wendungen, doch als anspruchsloser Partyfilm, bei dem man auch im fortgeschrittenen Zustand benebelten Geistes noch alles nachvollziehen kann, dürfte er auf alle Fälle funktionieren.
Knapp
6 von 10