Im Jahre 1925 trugen sich im Broussard Family Mansion in New Orleans schreckliche Dinge zu, die mehreren Menschen das Leben kosteten. Unter den Opfern befand sich auch die Hausherrin Evangeline Broussard (Tatyana Kanavka), die auf spektakuläre Weise Selbstmord verübte. 85 Jahre später. Die extravagante Angela (Shannon Elizabeth, American Pie) schmeißt im leerstehenden Broussard-Anwesen eine große Halloween-Party, welche die Massen zu einer wilden Nacht voller Alkohol, Drogen, Tanz, Flirts und Sex anlockt wie die Motten das Licht. Das ausgelassene Feiern findet allerdings ein jähes Ende, als die Polizei die Party crasht und die Leute aus dem Haus scheucht. Eine Handvoll Partygäste kehrt jedoch wenig später zurück, um in kleinerem und intimerem Rahmen weiter zu feiern. Neben Angela sind da die heißen "Kätzchen" Suzanne (Bobbi Sue Luther, Laid to Rest) und Lily (Diora Baird, The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning), die scharfen Jungs Jason (John F. Beach) und Dex (Michael Copon), die süße und nette Maddie (Monica Keena, Freddy vs. Jason) sowie ihr Ex-Freund, der Drogendealer Colin (Edward Furlong, Terminator 2: Judgment Day). Nachdem sie im Keller des Hauses einige mumifizierte Leichen entdecken und sich Angela in einem Anflug von Übermut an den Zähnen einer davon verletzt, gewinnt die Party rasant an Schwung, aber auf eine Weise, die sich die Jungs und Mädels in ihren gräßlichsten Alpträumen nicht schlimmer hätten ausmalen können.
Adam Gieraschs (Fertile Ground) gelungenes Remake von Kevin Tenneys Night of the Demons (1988) kostete mehr als achtmal so viel wie das Original (Inflation nicht berücksichtigt), sieht aber paradoxerweise wesentlich billiger aus. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen... Ich erachte die Neuverfilmung als gelungen, weil sie den Geist des Originals weitgehend einfängt und nicht, weil sie so gut (im Sinne von qualitativ hochwertig) geworden wäre. Denn das ist der Streifen gewiß nicht! Insofern ist das nur konsequent, schließlich ist auch das populäre Original nicht wirklich gut. Beide sind anspruchslose, dämonenverseuchte Partyhorrorfilme, die den Fans einen netten, spaßigen Abend bescheren wollen. Und bei mir wurde exakt das auch erreicht, in beiden Fällen. Das Remake greift einige Motive von Tenneys Vorlage auf, spielt mit ihnen und variiert sie, wobei manche Erwartungen bedient, andere wiederum unterlaufen werden. Dennoch ist der Streifen kein plumper Abklatsch, und dank der eigenen Ideen, welche die Drehbuchautoren Jace Anderson und Adam Gierasch ins Skript eingearbeitet haben, fühlt er sich sogar recht eigenständig an. Zum Beispiel wurde der dünne, altbekannte Plot in eine Hintergrundstory eingebettet, die Figuren unterscheiden sich von jenen des Originals, der Schauplatz ist ein anderer, es gibt ein sicheres Zimmer im Haus, das für die Dämonen, die gewissen Regeln unterliegen, tabu ist, und darüber hinaus verabscheuen die Höllenwesen Rost.
Das berühmteste Set-Piece des Originals - die berüchtigte Lippenstift-Szene - bekommt hier nicht nur ein nettes Update verpaßt, es wurde auch um ein entscheidendes Quäntchen erweitert. Linnea Quigley, die Scream Queen, die damals so unkonventionell mit dem Schmink-Utensil hantierte, hat übrigens einen amüsanten Cameo-Auftritt, wo sie einer prägnanten Sequenz des Originals stilecht im Ballerina-Outfit die Ehre erweist. Anstelle von Amelia Kinkade darf nun Shannon Elizabeth als Angela einen sexy Tanz aufs Parkett legen, ansonsten gibt es viele Brüste (meist hübsch verpackt) zu bestaunen, es wird schamlos rumgemacht, und ein wenig Sex darf natürlich auch nicht fehlen, wobei sich ein Pärchen während des Ficks in Dämonen verwandelt. Eine nette Idee, welche in abgewandelter Form bereits in Joe Dantes The Howling (Das Tier, 1981) vorkam. Und wo wir schon beim "Szenenklau" sind: Der Einfluß von Sam Raimis Kultklassiker The Evil Dead (Tanz der Teufel, 1981) ist hier noch offensichtlicher als bei der ersten Dämonennacht von 1988. Man denke etwa an die ein Eigenleben führenden Wurzeln oder die Falltür in den Keller. Unterlegt ist das kurzweilige Direct-to-DVD-Gemetzel mit jeder Menge Indie-Rockmusik (u. a. von (unbekannten) Bands wie Haunted Garage, The Barbarellatones, Goatwhore, Swingin' Neckbreakers, The Ghastly Ones, The Death Riders, deadbyday, Psycho Charger, Concrete Blonde und Creature Feature), was der Partystimmung durchaus zuträglich ist.
Von der Cast stechen Shannon Elizabeth mit ihrer sehr launigen Performance und Monica Keena mit ihrer sexy aber toughen Ausstrahlung hervor, wobei von Anfang an klar ist, daß letztere es als Final Girl in den großen Showdown schaffen wird. Horror-Babe Tiffany Shepis (The Hazing) ist auch mit dabei; leider ist ihre Rolle kaum der Rede wert. Da eine Figurencharakterisierung nicht vorhanden ist und darüber hinaus schauspielerische Magerkost geboten wird, fällt es naturgemäß schwer, für die Twenty-Somethings so etwas wie Sympathie aufzubringen. Immerhin sind die Darbietungen für diese Art Film ausreichend, und die Mädels sind allesamt easy on the eye, was man(n) gerne auf der Habenseite verbucht. Gewöhnungsbedürftig ist der Look des Streifens. Einerseits sieht das alles recht schick, flashy und hip aus (ein krasser Kontrast zum sepia-farbenen Prolog im Stummfilmstil), andererseits wirkt es jedoch auch sehr billig, platt und seelenlos. Das trifft leider Gottes auch auf die Spezialeffekte zu. Der CGI-Anteil ist sehr hoch, was dazu führt, daß die an und für sich recht phantasievoll konzipierten Make-Up-FX steril und kraftlos erscheinen. Es mangelt ihnen nicht nur an Impact, sondern auch an Charme. So nett das alles gemacht ist, es hinterläßt wenig Eindruck und ist bald wieder vergessen. Doch selbst wenn hinterher kaum etwas hängen bleibt, Night of the Demons hat mich gut unterhalten. Und für die augenzwinkernd servierte Schlußszene vergebe ich sogar einen extra Sympathiepunkt.