In gewisser Weise entspricht der Auftakt der Dudu-Filmreihe einem furchtbaren Unfall. Das Skript (welches Skript?) ist unter aller Sau, die schauspielerischen Darbietungen sind grottig, der Schnitt ist laienhaft, die Sprüche sind lahm, die "Spezialeffekte" sind lachhaft & der Humor... ja, der Humor ist gar nicht mal so lustig. Hier sind die zwei vermutlich, äh, "besten" Gags. Ein Mann sieht im Wasser eine Herde Flusspferde & stellt überzeugt fest: "Da vorne sind Elefanten mit ohne Rüssel." Später fragt eine Ärztin ihren asiatischen Patienten: "Sind alle Männer aus China so vorlaut?" Er erwidert trocken: "Ich bin aus Japan." Brüller! Da Cast & Crew nix können, muss es also der blecherne Hauptdarsteller auf vier Rädern richten.
Wer Dudu nicht kennt... Dudu ist die teutonische Antwort auf Disneys "Love Bug" Herbie, dem tollen Käfer. Dudu ist nämlich auch ein VW-Käfer (ein gelber), der als (Schrott-)Requisite in Hollywood ausgedient hat & nun in Tansania gelandet ist. Graf de la Motta (Harry Fuß), sein Besitzer, tauscht ihn ein gegen das Käfig-Fahrrad von Ben (Regisseur Rudolf Zehetgruber). Ben nimmt dann mit Dudu an der East-African-Safari teil, der schwersten Rallye der Welt, quer durch den Busch. Er agiert dabei als Service-Wagen für den Schotten James Butler (Gerd Duwner), der die Rallye mit seinem schicken Luftkissenboot in Angriff nimmt. Das ist bescheuert, aber immerhin weiß ich nun, wie der Sprecher von Barney Geröllheimer aussieht.
Um den Rallye-Sieg mischt auch Nick (Lex County) in seinem Ford Capri mit & die engagierte Ärztin Daktari Jo (Kathrin Oginski, die Frau des Regisseurs) schwirrt da auch noch ständig rum, wieso auch immer. Als ob das alles noch nicht wirr genug wäre, gibt’s da auch noch einen Gangster, eine Ladung Diamanten & einen fiesen Saboteur, der mit seiner gruseligen Visage dem Kinski Konkurrenz macht. Die beliebige Aneinanderreihung von Szenen (ich weigere mich, dies "Handlung" zu nennen) ist mal dämlich & albern, dann wieder bekloppt & witzig (hin & wieder) & zudem völlig spannungslos & billig (immer). Kurz & knapp: Ein Käfer geht aufs Ganze ist kein guter Film, der könnte bei Cineasten glatt einen Nervenzusammenbruch verursachen.
Aber da ist ja noch Dudu, der Retter in der Not. Und er läuft & läuft & läuft... Dudu ist super. Er kann sogar verschieden gucken, mit seinen Scheinwerfern. Einige seiner Tricks sind unfassbar putzig. Hupen tut er auch gerne. Zwar macht er einiges mit (in einer Szene rollt er nur noch auf dem Fahrwerk dahin, mit einem kleinen Elefanten drauf), aber kaputt zu kriegen ist er niemals nicht. Da in Afrika gedreht wurde, gibt’s als Draufgabe viele Tiere. Sehr viele Tiere. Manche aus dem Archiv, einige aber auch vor Ort. Die Landschaften sind ebenfalls schön. Das Publikum mochte Dudu & deshalb durfte er auch in vier weiteren Abenteuern zurückkehren. Und wer weiß, ob es K.I.T.T. (ja, der aus Knight Rider) ohne Dudu überhaupt gegeben hätte.
3-4/10