Die sechsteilige Reihe „Okami“ hat schon in den 70ern gezeigt, wozu das japanische Kino in der Lage ist. Es entstand eine Serie, welche absolut sehenswert ist.
Ogami Itto (Tomisaburo Wakayama) ist der oberste Schafrichter. Im Auftrag des Shoguns tötet er meisterhaft mit seinem Schwert. Doch Ogami wird verraten. Eine Gruppe von Leuten der Yagyu tötet Ogamis Frau Azumi und will auch dafür sorgen, dass Ogami sich selbst umbringt. Doch Ogami ist nicht mehr der selbe, er wird ein „Dämon“, nur noch sein Wunsch auf Rache lässt ihn weiter durch die Gegend ziehen. Mit seinem kleinen Sohn Daigoro hat er aber jemand bei sich, der immer mal wieder geschützt werden muss. Ogami nimmt einen Auftrag an, drei Ganoven zu töten, jeder von ihnen ist ein Meister in einem komischen Kampfstil. Bei der Ankunft in einem Badehaus bekommt Ogami schon erste Probleme mit den drei und ihrer Gang...
Endlich habe auch ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und habe mir die erste Folge der Serie „Okami“ angeschaut. Und ich bin begeistert. „Okami – Sword of Vengeance“ ist ein starker Auftakt dieser Serie.
Das liegt zunächst natürlich an Tomisaburo Wakayama, der den Schwertmeister Ogami Itto wunderbar darstellt. Optisch gar nicht mal so furchteinregend, umso gefährlicher ist Ogami dann.
Über weite Strecken ist „Okami – Sword of Vengeance“ ein ruhiger Film, nur ab und zu gibt es Kampfszenen, dann aber richtig. Die Kämpfe werden durchweg als realistisch dargestellt. Hier fliegt niemand in der Luft herum, springt auf Häuser oder liefert sich minutenlange Schlachten mit seinem Gegenüber. Die Kämpfe von Ogami sind recht kurz, da er seinen Gegner meistens mehr als überlegen ist., Hinzu kommen teils recht blutige Szenen, das Blut spritzt übertrieben und auch einige Körperteile müssen dran glauben.
Die Kämpfe sind recht ungewohnt dargestellt. Bei den Kämpfen gibt es keine Musik, selbst die Umgebungsgeräusche werden nicht mehr wahrgenommen, man hört nur noch die Klingen, die aufeinander schlagen. Jedoch wirkt dies nicht minder beeindruckend.
Recht überrascht war ich auch von der Freizügigkeit der Bilder. Nackte Frauen sind hier keine Seltenheit und selbst eine Vergewaltigung gibt es, die relativ geschickt geschnitten wurde, aber dennoch recht hart wirkt. Und wenn Ogami das Leben einer Hure retten muss, ist man schonüberrascht, auf welche Art und Weise dies geschieht.
„Okami – Sword of Vengeance“ hat viele starke Szenen, darunter auch, wie der kleine Daigoro sich entscheiden muss, wie sein weiteres Leben verläuft (was er als Kleinkind eigentlich gar nicht kann). Wählt er den Ball, folgt er seiner Mutter, wählt er Ogamis Schwert, folgt er seinem Vater auf dem langen und gefährlichen Weg der Rache.
Das Cinemascope-Bild wird vollends ausgenutzt und liefert ein paar wirklich schöne Bilder.
Mittlerweile ist es ja auch möglich, „Okami“ in einer guten Fassung auf DVD zu bekommen.
Fazit: Der erste Auftakt der „Okami-Reihe“ überzeugt auf ganzer Linie. Zwar wird man am Anfang ein wenig erschlagen mit Details und den ganzen Gruppierungen, die es in „Okami“ gibt, doch daran gewöhnt man sich und steigt irgendwann auch durch. Teils eins hat mich vollends überzeugt und ich kann nur hoffen, dass es so weiter geht mit „Lone Wolf and Cub“.