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"Okami" von Koike Kojima ist einer der erfolgreichsten und besten Comics aller Zeiten. Der in schwarzweiß gemalte Manga, komplett erstmals 1976 veröffentlicht, erzählt die tragische Geschichte vom "einsamen Wolf mit dem Kind". Der enorme Zuspruch, der dem Manga wiederfuhr, ließ in eifrigen Filmproduzenten die Idee aufkeimen, die Abenteuer der "Okami"-Reihe auf die große Leinwand zu bannen. Als sechsteilige Reihe konzipiert, sollte Itto Ogami auch die Filmwelt erobern.

Als Regisseur konnte man den legendären Kenji Misumi gewinnen, der schon in seiner Vergangenheit durch tolle Samuraidramen, unter anderem auch der legendäre "Zatoichi", auf sich aufmerksam machte. Unter ihm entstand die bewegte Geschichte von Itto Ogami, oberster Scharfrichter des Shoguns. Die ehrenvolle Position bringt aber auch Neider mit sich. Gerade der gefährliche Yagyu-Clan würde gerne seine Macht innerhalb des Shoguns ausbreiten, und auch die Position des Scharfrichters kontrollieren. Und so töten Mittelsmänner des Clans die Frau von Ogami und verleumdnen ihn am darauffolgenden Tag. Man erwartet von ihm und seinem Baby den rituellen Selbstmord, jedoch wählt Ogami den "Weg der Hölle", und sinnt auf lebenslange Rache. Aus dem einstigen ehrenhaftem Regierungsdiener wird ein gefürchteter Auftragsmörder, der zusammen mit seinem Sohn im Kinderwagen durch das spätmitteralterliche Japan zieht.

Die besondere Ästhetik des Films, die starken, von einmaliger Kraft zeugenden Bilder mögen aus der Comicvorlage resultieren, liegen aber auch sicher an Regisseur Misumi, der grüne, japanische Wälder, eher langsame Kamerafahrten wählt, die dann durch eruptive, mit stark schwankender Handkamera verwirklichte Kampfszenen unterbrochen werden. Die Technik des Schwertkampfes wird hier auf ungewöhnliche Weise gezeigt. In fast schon graziösen, ballet-artigen Schritten werden die blutigen Kämpfe vollführt. Es wirkt nie plump, oder dumm-brutal. Sondern immer edel und schön choreographiert. Dazu setzt Regisseut Misumi ein Minimum an Soundeffekten - auf Musik verzichtet er bei den Actionszenen ganz - beim Schwertkampf. Lediglich das Geräusch der durch die Luft zischenden Schwerter ist auszumachen - der Rest bleibt unterdrückt.

Es gibt einige faszinierende, großartige Szenen in "Das Schwert der Rache". Allein schon die Sequenz, in der er sein Sohn Daigoro im Babyalter, sein Schicksal wählen lässt, ist von schier unerträglicher Spannung und visueller Brillanz. Auch eindrucksvolle Szenen, wie die hart geschnittene Vergewaltigung, oder der Aufbruch Ittos sind bemerkenswert gedreht.

"Okami - Das Schwert der Rache" ist japanische Filmkunst, so wie sie sein sollte. Wunderschön fotographiert, einfach nur überzeugend geschnitten, von überlegenen Schauspielern wie Tomisaburo Wakayama gespielt. Ein großartiger Auftakt einer noch großartigeren Serie!

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