Inhalt:
Japan im 18. Jahrhundert. Das Shogunat der Tokugawa regiert das geeinte Japan mit eiserner Faust. Anders als im Europa damaliger Zeit, liegt die Macht beim Militär-Apparat der Samurai, deren oberster Befehlshaber der Shogun ist, und nicht beim Adel.
Dieser Adel, die Daimyos, lebt in ständiger Angst. Wer von den Daimyos beim Shogun in Ungnade fällt, bezahlt mit Leben und Besitz.
Am Hofe des Shogun etablieren sich Organisationen, die nach Gründen forschen, die die Daimyos zum Seppuko zwingen, hier hält der Clan der Yagyus die Fäden in der Hand. Sie wollen auch das Amt des Kaishakunin übernehmen. Kaishakunin (Sekundant beim Seppuko, der den Delinquenten enthauptet) des Shogun ist Ogami Itto (Tomisaburo Wakayama), er ist dem Shogun treu ergeben.
Doch durch eine Intrige, durch die auch seine Frau ums Leben kommt, und die von den Yagyus eingefädelt wird, ergeht an Ogami Itto der Befehl zum Seppuko.
Doch Itto widersetzt sich. Zusammen mit seinem Sohn Daigoro flieht Itto, tötet seine Häscher und vagabundiert nunmehr durch Japan.
Seinen Sohn führt er dabei in einer Art Kinderkarre mit sich, ein befestigtes Banner verkündet jedem: "Verleihe Kind und Schwertkraft". Jeder, der entsprechend zahlt, kann den Jungen "mieten", bzw. Itto, der somit quasi ein Auftragskiller ist.
Ein erster Auftrag führt Itto in ein abgelegenes Bergdorf. Hier kooperieren die zu ermordenden Männer mit einer Bande, die das Dorf tyrannisiert. Itto fällt durch sein plötzliches Auftauchen natürlich auf, und die Bande quält und demütigt ihn.., ihn, den alle unterschätzen. Doch Itto verhält sich zunächst ruhig.
Als die Gangster das Dorf verlassen wollen, wollen sie, um einen Verrat zu vereiteln, die reisenden Händler die gefangen gehalten werden, töten.
Da greift Ogami Itto ein...., und es wird äußerst blutig..........
Fazit:
Schöner Chanbara-Klassiker, klarer Fall. Dieser Film, der sage und schreibe 5 Fortsetzungen nach sich zog, gilt längst als Klassiker des Genres und Meilenstein des Chanbara. Er besticht durch eine äußerst blutige Action und eine verschachtelt-niveauvolle Handlung, die zwar gemächlich erzählt wird, aber auch enorm spannend ist.
Die Machart..., gepaart mit einer excelenten Kamera-Arbeit und gefühlvoller Bild-Auswahl, fasziniert durch ihren Einsatz von Rückblenden..., die zeigen, wie Itto zu dem wurde, was er im Film darstellt.
So düster dieses Zeitalter im alten Japan war, so düster sind auch die Bilder..., der Film hat eine durchgehend beklemmende Atmosphäre..., allem irdischen entrückt, so geht Itto seinen Weg der Rache..., die Augen immer irgendwie ins Leere gerichtet. Und es regnet viel, es ist schmutzig.
Bezeichnend ist eine Szene des Films: Itto will von seinem Sohn, offensichtlich so ca. 2 Jahre alt, wissen, ob er seinen Weg mit beschreitet, oder "zu seiner Mutter will", also getötet werden will.
Hierzu legt Itto auf eine Seite einen Ball -seine Frau symbolisierend-, auf der anderen Seite sein Schwert, dieses symbolisiert "seinen" Weg der Rache, also dass der Junge mit ihm kommt.
Daigoro krabbelt los..., sich erst zum Ball bewegend, dann zum Schwert. Daigoro kommt also mit ihm..., doch als Zuschauer hat man keinerlei Zweifel, Itto hätte seinen Sohn ohne zu zögern getötet, wenn dieser sich für seine Mutter "entschieden" hätte.
Diese Szene zeigt "Bushido", den gnadenlosen Ehrenkodex der Samurai, die dem Tod nicht die Bedeutung zumessen, wie es in anderen Kulturen ist.
In einer weiteren Szene wollen 2 Samurai für ihren Herrn, der Itto engagieren will, herausfinden, ob es sich bei diesem um den Kaishakunin handelt. Sie gehen davon aus, wenn es der Kaishakunin ist, werden sie wenn sie ihn überfallen getötet. Dann hätten sie ihren Zweck erfüllt, ihr Herr kann dann Itto beruhigtermaßen engagieren. Werden sie nicht getötet, kann es sich nicht um Ogami Itto handeln. Sie wollen aber, dass es Itto ist, also lieber sterben.
Die Action ist in diesem Streifen stilisiert, blutig und brutal, das Blut spritzt nur so durch die Gegend. Itto ist ein Meister der Suio-Schwerttechnik. Interessant ist übrigens, dass während der Kampf-Szenen fast nur das Dubbing zu hören ist, keine Außengeräusche, keine Stimmen, keine Schreie.
Dieses gibt dem Streifen, so wie die verschachtelte Struktur, eine surreale Note.
Die Spielfilm-Reihe um den Lone Wolf..., Ogami Itto, war in Japan ein großer Erfolg. Wundern tut mich das nicht.
Jeder Chanbara-Fan MUSS dieses Serial im DVD-Regal haben.