Review
von Leimbacher-Mario
Who Let The Dogs Out?!
„Humongous“ ist düster. Und das meine ich nicht nur thematisch sondern leider auch kameratechnisch. Die neue Blu-Ray bringt zwar zumindest etwas Licht ins Dunkel, doch eine klare Schönheit wird dieser Backwood-Slasher (?) vom „Prom Night“-Regisseur in diesem Leben nicht mehr. Doch seine Dunkelheit, Rauheit, Southern-Gothic-Vergilbtheit machen auch viel von seiner einzigartigen Atmosphäre aus... Wir sehen ein Intro, in eine Frau auf einer Insel brutal von einem Mann vergewaltigt wird. Bis bissige Hunde den Angreifer zerfleischen. Jahrzehnte später haben ein paar Teenager die grandiose per Boot in den Nebel aufs Meer hinaus zu fahren - und natürlich verirren sich die jungen Erwachsenen auf genau diese Insel vom Anfang, auf der wilde Hunde nun ihre geringstes Problem sein werden...
Wenn „Prom Night“ überschätzt ist, dann ist „Humongous“ unterschätzt. Irgendwo zwischen „Hatchet“ und „Scalpel“ verläuft hier die tödliche Linie. Der Killer bleibt nahezu komplett im Dunkeln (wieder wortwörtlich zu nehmen!), obwohl sein Dasein bzw. die Backstory eigentlich schon sofort klar ist (wenn auch nur nach Horrorlogik logisch); die Optik, wenn man denn mal genug erkennen kann, hat durchaus ihre Momente und versprüht eine fast leicht gespenstige (Urlaubs?)Survival-Atmosphäre; das Finale hat feurige Dramatik und Joy Boushel geizt hier nicht mit ihren Reizen. Gefühlt ist das Ding noch den 70ern verschrieben und Käse trifft gekonnt auf Terror. „Humongous“ wird seinem Namen nicht wirklich gerecht, da man in jeder Beziehung schon „größere“ gesehen hat, doch für eine gesellig-altmodische Slasherrunde mit Freunden, reicht's dicke. Und den hat mit Sicherheit kaum einer der Anwesenden schon gesehen. Selbst wenn die sich im Metier auskennen sollten. Irgendwie langweilig und lahm, aber dennoch fesselnd und faszinierend. Seltsam.
Fazit: besser als sein Ruf. Aber dennoch recht durchschnittlich. Gelblich-gruselige Gothic Atmosphöre stimmt aber, irgendwo zwischen „Madman“, „The Unseen“ und „Dogs“. Ein wenig dunkel, ein wenig blass. Slasherfans schlagen trotzdem zu und sich durch. Stimmig. Befriedigend.