Review

Heinz Erhardt war im Grunde ein amüsanter Geselle. So schmunzelte man doch immer wieder über seine Sketche oder seine im Kern platte, aber doch sehr humoreske Scherze oder Witze.


Wo er definitiv nicht hingehört ist das Filmgeschäft. Eingeschränkt von Produzenten sowie Skriptvorlage konnte sich Erhardt in keiner seiner Filme wirklich entfalten. Seine raue und doch sehr spitzbubenhafte Authentizität kam nie zum Vorschein. So auch bei "Immer die Radfahrer" - einer seichten, gewöhnlichen Musikkomödie in typischer 50/60er Jahre Manier.

Nach einer Story oder einem Funken Glaubwürdigkeit braucht man hier gar nicht zu suchen. Die Story ist in der Tat ein relativer Non-Sense. Das ist allerdings nicht das größte Übel.
Wie es bei solcher Art von Filmen üblich ist, ist auch dieses Werk mit Dialogen geschmückt, die von einem Grundschüler kommen könnten. Banal, vorhersehbar und absolut schlicht. Satirisch wollte man wohl an die Sache rangehen. Nun, der Ansatz ist ab und an schon erkennbar, doch entwickelt sich keine ausgereifte Komik die einem Satire würdig wäre. Dafür bekommt man eben handelsübliche Gespräche zu hören, die zwar rein inhaltlich der Story etwas Substanz zu geben scheint, aber dem Zuschauer doch auf Dauer den letzten Nerv rauben können.

Wie immer ist auch dieser Film relativ hübsch gefilmt. Die Landschaften haben mit Sicherheit eine wundervolle Schönheit. Aber dient das als Entschuldigung für ein untalentiertes Zusammenarbeiten an einem Film? Es werden nette Gegenden gezeigt, heimisch gefilmt, nie zu selbstverliebt, aber auch nicht wirklich was besonderes.

Ein Film soll doch im Grunde das Publikum unterhalten. Aber aufgrund der Tatsache, dass dies ein uninspiriertes Roadmovie auf die deutsche Art ist, sich jeglicher Charakterzeichung verweigert, sowohl Erzählweise als auch Situationskomiken absolut unkontrolliert sowie ohne Konzept ist, muss man hier leider sagen, dass dies definitiv einer der schlechteren Vertreter seiner Art ist.

Klar, solche Filme sind Geschmacksache, die heutige Generation vermag dieser Art von Film keinen Nutzen mehr abgewinnen. Aber trotzdem ist gerade diese banale, sich lustig fühlende Komik so bezaubernd und nostalgisch - so etwas vermisst man in heutigen Filmen.

Der eine Punkt gibt es für Heinz Erhardt, der sich immer hin ein klein wenig Mühe gibt, sich und seinen Fans dem Drehbuch entsprechend gerecht zu werden. 

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