James "Iceman" Chambers (Ving Rhames), Boxweltmeister im Schwergewicht, wird der Vergewaltigung bezichtigt und für ungewisse Zeit in den Sweetwater Hochsicherheitstrakt gesteckt. Dort finden alle sechs Monate Boxkämpfe statt. Der im Moment amtierende Champion ist Monroe Hutchens (Wesley Snipes). Der alte Mafiosi Mandy Ripstein (Peter Falk) wittert ein dickes Geschäft. Der große Boxfan will einen Kampf zwischen Chambers und Hutchins inszenieren. Beide stimmen dem zu. Hutchins bekommt einen dicken Batzen Geld für seine Familie und Chambers erlangt dafür die Freiheit. Mit Hilfe des bestechlichen Oberaufsehers A.J. Mercker (Michael Rooker) findet der Boxkampf bald statt. Für den selbstsicheren Chambers, könnte es die erste Niederlage in seinem Leben bedeuten.
Auch Starregisseur Walter Hill (Ausgelöscht, nur 48 Stunden) findet sich nach dem grottigen "Supernova" im B-Bereich wieder. Es sind kaum Ansätze seiner damaligen Qualitäten zu finden, auch wirkt die Inszenierung von "Undisputed" viel zu neumodisch für Hill. Man ist es von ihm überhaupt nicht gewöhnt massig Stilmittel präsentiert zu bekommen. Schwarz weiss Rückblenden, Zeitlupen, schnelle Schnitte, Hill war gerade in den 80er Jahren für seine ruhige und kernige Inszenierung bekannt. Hier passt er sich leider der heutigen Routine an. Man versucht hier eine zu monotone, aber recht authentische, Gefängniskulisse mit Stilmitteln und digitaler Aufpolierung zu vertuschen. Aber für Jeden sofort ersichtlich befinden wir uns nur in einem B-Film mit erschreckend wendungsarmer Story. Gerade von Drehbuchautor David Giler (Tales from the Crypt, Aliens) hätte ich deutlich mehr Einfallsreichtum erwartet, während Hill noch nie ein Mann für komplexere Plots war. Hier sind die Fronten von Anfang an geklärt. Der ständig unsympatische Chambers tritt gegen den lammfrommen Hutchins an. Beide Charaktere dürfen sich kaum entfalten. Chambers bleibt langweilig fies und Monroe ist die Ruhe in Person. Nebenbei mischt noch der alte Mafiosi Ripstein mit, der Jeden besticht oder bedroht, der ihm in die Quere kommt. Auf jeden Fall weiss man von Anfang an, dass Chambers und Hutchins sich im Finale beharken.
Eigentlich soll "Undisputed" ja ein Boxfilm sein, doch nur am Anfang und im Finale wird ordentlich geboxt. Dabei sind die Choreographien wirklich gelungen. Die Fights wirken hart, auch realistisch, doch zwischen Anfang und Ende gibt es nur kleinere Ausraster von Chambers, welche den Zuschauer kaum wachrütteln. Dazu dieser nervige Hip Hop Score, der vielleicht dem Trend entspricht, aber überhaupt nicht zum Geschehen passt.
So führen die ganzen Schwächen letztenendlich dazu, dass die promineten Darsteller die Kohlen aud dem Feuer holen müssen. Für ein B-Movie diesen Schlages bekommen wir eine sehr bekannte Rige geboten. Wesley Snipes und Ving Rhames sind zwei ordentliche Kontrahenten, "Columbo" Peter Falk ist sichtlich alt geworden, agiert aber immer noch ordentlich. Unsympath Michael Rooker ist als Oberwärter zu sehen und Wes Studi als Gefängnisinsasse.
Vier Jahre später kam die viel bessere Fortsetzung unter Isaac Florentine auf den Markt. Walter Hill konnte sich hiermit bestimmt keinen Namen mehr machen, es kommt nämlich eher selten vor, das ein original wesentlich schlechter als ein Sequel ist, doch nach "Last Man Standing" hatte er sein Pulver eindeutig verschossen. Wirklich schade, denn ich mochte seinen old schooligen Stil wirklich. Im Moment ist er nur als Produzent tätig. Er produzierte die erfolgreiche Westernserie "Deadwood", sowie "Alien vs Predator". Wie auch bei John Carpenter, Tobe Hooper und Sonstigen, ist es sehr fraglich, ob er nochmal die Chance bekommt, zu alter Form zurück zu finden. Ich bin da aleider sehr pessimistisch.
Erstaunlich schwaches Drehbuch, extrem lahm umgesetzt. Die guten Darsteller nebst den schicken, aber wenigen, Boxeinlagen reichen nicht aus, um die ganzen Schwächen auszugleichen. Auch ist "Undisputed" oft sehr schlecht geschnitten und in fast allen Bereichen zu durchschnittlich. Trotz der kurzen Laufzeit kommt es zu massig Durchhängern.