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Eine Anklage wegen Vergewaltigung bringt den ungeschlagenen Schwergewichtsweltmeister James "Iceman" Chambers in den Knast. Hier trifft er auf Monroe Hutchens, den seit Jahren unbesiegten Box-Champion im Gefängnisring. Ein Umstand, den der aggressive Iceman nicht hinnehmen kann. Es ist eine Frage der Ehre herauszufinden, wer der Beste ist. Das ist die Gelegenheit für den alten Gangster Mendy Ripstein, der hier lebenslänglich büßt. Mit seinen weitreichenden Verbindungen zu beiden Seiten des Gesetzes bietet sich ihm die Gelegenheit, einen letzten großen Kampf zu promoten. Es kommt zum Showdown der Giganten im Ring...


Regisseur Walter Hill (Nur 48 Stunden, Last Man Standing) hat mit "Undisputed - Sieg ohne Ruhm" eine wirklich gelungene Mischung aus Knast-und Sportfilm kreiert, die längst nicht nur durch die gelungenen Kampfszenen zu überzeugen weiß. Denn insbesondere inhaltlich hat die vorliegende Geschichte doch eine Menge zu bieten, präsentiert sich doch ein Szenario in dem es hauptsächlich um die Ehre eines Mannes geht und zudem eine Art David gegen Goliath Thematik in den Vordergrund rückt. Nun mag das für viele Leute eventuell nicht sonderlich spektakulär oder gar aussergewöhnlich erscheinen, doch die Umsetzung der Story strahlt eine unglaubliche Faszination aus, der man als Zuschauer ganz einfach erliegen muss. Mit Wesley Snipes und Ving Rhames hat man zudem die beiden Hauptrollen absolut perfekt besetzt, während Rhames eine grandiose Performance als arroganter Schwergewichts - Weltmeister im Boxen abliefert, mimt Snipes den unbekannten aber sehr talentierten Nobody, der als ungeschlagener Gefängnis-Champion gegen den Weltmeister antreten soll.

Die Figur von Rhames erinnert einen schon ziemlich stark an den Fall des Mike Tyson, der ja auch einige Jahre wegen Vergewaltigung im Gefängnis war, doch es ist längst nicht nur diese eine Parallele, die diesen Eindruck hinterlässt. Auch das Auftreten von James "Iceman" Chambers" (Ving Rhames) und die im Film zur Schau gestellte Charakterzeichnung weist offensichtliche Ähnlichkeiten auf. Genau das Gegenteil wird andererseits von Snipes verkörpert, der in der Rolle des eher ruhigen und in sich gekehrten Nobodys Monroe Hutchens eine absolut großartige Performance abliefert. So ist dann auch das Hauptaugenmerk des Filmes weniger auf den furiosen Endkampf als vielmehr eine detaillierte Charakterstudie der beiden grundverschiedenen Männer gelegt. Doch obwohl hier im Bezug auf die Action-Passagen eher auf Sparflamme gekocht wird, stellt gerade der unvermeidliche Showdown der beiden Boxer den absoluten Höhepunkt des Filmes dar.

Der Endkampf wurde meiner Meinung nach äusserst gut in Szene gesetzt, bietet aber dennoch bei etlichen Filmfreunden anscheinend Grund zu negativer Kritik. Zugegebenermaßen kann man an einigen Stellen erkennen das die ausgeteilten Schläge ins Leere gehen, doch muss man schon ganz genau hinschauen, um diesen Aspekt auch zu erkennen. Gerade bei der ersten Sichtung des Filmes dürfte es kaum auffallen, ausserdem ist der Endkampf so temporeich und gelungen eingefangen, das dieses Detail wirklich erst bei genauerer Betrachtung ins Auge fällt. Phasenweise entsteht sogar der Eindruck, das man selbst ganz nah am Ring steht, wodurch das actiongeladene Finale umso intensiver rüberkommt.

Im Endeffekt hat Walter Hill mit "Undisputed - Sieg ohne Ruhm" sicher nicht seinen besten Film abgeliefert, insbesondere im Bezug auf die Action hat man schon ganz andere Werke von ihm gesehen. Als Gesamtpaket ist hier jedoch eine großartige Kombination aus Drama-und Sportfilm entstanden, die ganzzeitig erstklassige und sehr kurzweilige Unterhaltung bietet.


Fazit:


Auch wenn manch einer das vollkommen anders sieht, mir persönlich hat dieser Film wirklich gut gefallen. Eine interessante Geschichte und zwei glänzend agierende Hauptdarsteller sorgen für ein hochklassiges Filmerlebnis, das man sich immer wieder sehr gut anschauen kann.


7/10

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