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Beim dritten Teil der "Okami"-Reihe schwächelt diese erstmals. "Der Wind des Todes" ist zwar wieder eine fantastische Episode aus dem Leben des verbannten Samurais Itto Ogami, jedoch sieht man diesen Teil zu deutlich die Comicvorlage an.

Denn vor dem wieder einmal furiosen Finale (eins der besten der Serie), herrscht sprunghafte Unentschlossenheit, so als hätte man verschiedene Comicserials in einen Film verwoben. Wo Ästhetik und Choroegraphie wieder einmal völlig stimmen, vermisst man diesmal Kenji Misumis sonst so elegantes Storytelling. Sprang er im ersten Teil noch virtuos in verschiedenen Zeitebenen herum, macht er es sich hier durch platte Farbfilter etwas zu leicht. Zunächst rettet Ogami eine Prostituierte vor Yakuza-Gangstern, indem er ihre Strafe auf sich nimmt. Die ungewöhnliche Folterszene ist ein unheimlicher Höhepunkt im Kontext japanischer Traditionen. Hiernach gerät Ogami zwischen die Fronten zweier Verfeindeter Männer. Denn Ogami wird von eben diesen Gangstern angeheuert einen verräterischen Verwalter zu ermorden, der wiederum Ogami als Mörder gewinnen möchte.

Leider ist das alles bei weitem nicht so spannend und ansprechend wie in den ersten beiden Teilen - aber immer noch auf sehr hohem Niveau. Denn Misumi versäumt es zum Glück nicht, ob der schwachen Geschichte, die Stärken der Reihe hinaufzubeschwören: Prächtige Bilder und schier unglaubliche Actionszenen. Wieder einmal spielt Tomisaburo Wakayama grandios. Die Art, wie er mit den Schwertern umgeht ist einzigartig. Sein charismatisches, bestimmtes, hartes Acting wertet die gesamte Serie deutlich auf. Und auch sein niedlicher Filmsohn Daigoro hat hier wieder ein paar mehr Szenen, in denen sein "Weg der Hölle" verdeutlicht wird, indem er immer mehr in Vaters Kämpfe involviert wird.

Bemerkenswert bei "Der Wind des Todes" ist das Aufkommen von Western-Traditionen. Das Mitführen von Schießeisen war im japanischen Samuraifilm schon immer ein Anzeichen, das es sich hier um einen Feind handelt. Hier schlägt Itto Ogami seine wie aus einem Spaghettiwestern entsprungenen Angreifer mit ihren eigenen Waffen, und mit seiner ganz eigenen Cleverness. Wenn er aus dem Kinderwagen nicht nur seine verlängerten Schwerter zieht, sondern auch noch Geschütze beherbergt, dann wirkt der Kinderwagen eher James-Bond-mäßig überzogen, wie ein Gimmick, und nicht mehr so mythisch und symbolisch wie in den ersten beiden Filmen.

Trotz alledem lohnt "Okami 3" schon wegen dem Showdown, in dem Ogami einer ganzen Armee gegenüber steht. Hier spielt der Film dann seinen größten Trumpf aus: Vor strahlend blauen Himmel metzelt Ogami fast ballet-artig seine Gegner hin. Die pure Perfektion dieser Szenen ist die enorme Anziehungskraft dieses Finales. Und bei seinem letzten Gegner geht es nicht nur um Leben und Tod, sondern auch um die Ehre des Samurais, um den Weg des Kriegers. Hier tritt Wakayama sogar einmal kurz in Ogamis traditioneller Kaishakunin-Uniform auf.

"Der Weg des Todes" ist ein schwächerer Teil der "Okami"-Reihe, aber immer noch ein wirklich guter Eastern. Darsteller, Kamera und Schnitt entschädigen für die schwache Adaption. Von der deutsch synchronisierten Fassung "Japango" sollte man im Übrigen aufgrund von verfremdenden Schnitten Abstand halten.

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