Review

Inhalt: 

 In der chinesischen Martial-World herrscht helle Aufregung. Der "Demon of the Lute" ist allem Anschein nach wieder aufgetaucht, seine totbringende Laute, deren Saiten aus der Haut prähistorischer Monster gefertigt ist, fährt in der Martial-World eine blutige Ernte ein! 

 Diese Waffe kann nur durch eine andere, ebenso Wundersame, bekämpft und zerstört werden, dem sogenannten "Fiery Bow and Arrow". Um die Machtübernahme des "Demon of the Lute" zu verhindern, beauftragt Master "Old Fairy" (Kwan Feng aka Gwan Fung) seine Schülerin Feng Ling ("Kara" Hui Ying Hung) damit, zusammen mit ihrem Bruder "Old Naughty" (Yuen Tak) den "Fiery Bow" mitsamt "Arrow" zu finden, und zum "Woodcutter" (Lung Tien-Hsiang) zu bringen.

 Gemeinsam soll dann dem "Demon of the Lute" das Handwerk gelegt werden, der maskiert mit seinen Kämpfern weiter sein Unwesen in der Martial-World treibt.

Um wiederum den "Woodcutter" zu finden, muss Ling Feng dann noch 2 Jade-Hälften in ihren Besitz bringen. Beide Hälften zusammengeführt, lüften das Geheimnis um den Aufenthaltsort des "Woodcutter". Die beiden Teile befinden sich im Besitz des Masters der Red Cliff-Lodge, "Red Haired Eagle" (Lee Hoi-Sang), sowie des Masters der Green Water-Fortress, "Single Eyed Dinosaur" (Wang Li aka Wong Lik)! 

Der "Demon of the Lute" lässt derweil nichts unversucht, den "Fiery Bow and Arrow" selbst zu finden, und Ling Feng und "Old Naughty" müssen etliche Gefahren überstehen. 

 Doch die beiden haben starke Gefährten, die ihnen alsbald zur Seite stehen: Ein agiler Dieb (Kuo Chui aka Philip Kwok) und dessen Sohn Xiao Ding Dong (Kei Kong-Hung), ca. 10jährig und schon ein herausragender KungFu-Kämpfer. Hinzu kommt gar die Tochter des "Demon of the Lute" selbst, die äußerst attraktive Mei Fa Er (Hau Bing-Ying). 

Und ein Mann wird zur entscheidenden Figur an der Seite Ling Fengs: Yuan Fei (Chin Siu-Ho), eine in einer Höhle aufgewachsene Waise, mit magischem Schwert bewaffnet und zudem ein agiler KungFu-Fighter. 

 Nach etlichen Gefahren und Kämpfen erreichen die Helden den "Woodcutter". Es kommt zum alles entscheidenden Endkampf gegen den übermächtig scheinenden "Demon of the Lute" (Jason Pai Piao)!

 Kritik: 

 Puh, war das ein Fantasy- und Trash-Spektakel, das von Regisseur Teng Te-Hsiang (aka Tang Tak-Cheung) dirigiert, im Jahre 1983 für die Studios der Shaw Brothers entstand. Ein Film der sich nicht allzu ernstnimmt, gar im Vorspann mit der Einblendung versehen, dass er Kindern gewidmet (!) ist, und der vor allem auch von seinen Betrachtern selbst nicht zu ernstgenommen werden sollte. 

"Demon of the Lute" ist indes nicht wirklich was für Kinder, für Erwachsene die einen richtigen, für voll zu nehmenden Eastern erwarten allerdings auch nicht. 

 Trash, Irrsinn, Satire -als solche auf Fantasy-Eastern gemünzt, muss man diesen Streifen wohl verstehen- Comedy, KungFu-Action als Garnitur, Spektakel..., und das alles innerhalb surrealster Sets, mit Nebelschwaden und fantasievollen Kulissen, in den Studios der Shaw Brothers. Klar, das imponiert schon, mit Hochglanzbildern, und einem irren Tempo. Aber derart skurrile Ideen, Effekthaschereien ohne Ende, irrwitzigste und nicht mit nüchternem Menschenverstand nachvollziehbare Handlungen, ziehen das kunterbunte Treiben und all die Gimmicks und Gadgets ins Trashige dass es qualmt.  

 Also..., oh Gott nein, was soll man dazu schreiben? 100 Minuten lang tobt sich Teng Te-Hsiang hier aus, haut eine skurrile Idee nach der nächsten raus, führerlose Kutsche, bunt-bescheuerte Laute, römischer Streitwagen der von deutschen Schäferhunden (!!!) gezogen wird, Eagle-Mann mit schlecht-offensichtlich angeklebten Flügeln, rasant wachsendes rotes Haar vor einem Fight, ausfahrbare Teleskop-Arme, mit einer überdimensionalen goldenen Schere wird auch noch gekämpft, und "Kara" Hui Ying Hung dirigiert mit Bewegungen ihrer Hand das wohl erste ferngesteuerte Schwert der Eastern-Historie... wow. 

Und zwar wow bescheuert. Aber einiges ist so kindisch albern, dass es fast schon wieder gefallen kann, all dieser Irrsinn der hier im Minuten-Takt auf den Betrachter einprasselt, ohne Worte -eigentlich, denn die fehlen mir an sich-.

 Neben all den skurrilen Effekten, wird hier dann noch ein irrer Charakter nach dem nächsten eingeführt. Eine Personenfülle die einem WuXia-Werk Chu Yuans zur Ehre gereicht hätte. Alles einfach zu viel, und nicht selten an sich zu bescheuert. 

Tja, das macht aus "Demon of the Lute" ein Trash-Spektakel, ob nun Trash-Rohrkrepierter oder Trash-Granate/Bombe/Perle, mag sicher Geschmacks- und Ansichts-Sache sein. Manches fand ich ganz witzig, vieles eher peinlich, und ein klassischer, spannend-dramatischer und knallharter Eastern ist das natürlich nicht. 

Als überzogen-überdrehte Satire auf Fantasy-WuXia-Eastern kann "Demon of the Lute" vielleicht noch betrachtet werden und auf dieser Ebene reüssieren. 

 Es fehlt so etwas wie ein innerer Zusammenhalt und eine klare Ausrichtung. Vieles dient denn dazu Verrücktheiten und bizarre Figuren einzubringen, was die Handlung aber nicht vorantreibt. Ganz und gar unsympathisch ist "Demon of the Lute" aber nicht und ist wohl denn doch eher mit den Maßstäben einer trashig-skurrilen Satire auf das Fantasy-Eastern-Genre zu messen. 

 Gefallen konnte denn diesbezüglich Jason Pai Piao als titelgebende Figur, der das mit einer natürlich überdreht-übertriebenen, ja durchgeknallten Performance hier auf die Spitze treibt. 

Lung Tien-Hsiang steht dem als "Woodcutter", der die Dinge eigentlich sonor zusammenbringen sollt, in nichts nach. Auch seine Figur fällt ins Überdrehte. Lee Hoi-Sang und Wang Li (aka Wong Lik) schießen als völlig irrsinnige Typen ´den Vogel ab´. So wie Yuen Tak mit weißer Elektroschock-Frisur ala Don King, und der im Spinnennetz landet -siehe der Screenshot hier-, au Backe. 

Kuo Chui (aka Philip Kwok) hat da indes fast was ´Beruhigendes´ mit einem fast schon "normalen" Auftreten. Der wohl ca. hier 10-jährige Kei Kong-Hung, leider mitunter kindlich-albern auftretend, hat aber auch überraschend starke Sequenzen hier zu bieten, da er bereits ein sehr gutes KungFu mit hoher Körperbeherrschung zeigt.  

 Auch Kwan Feng (aka Gwan Fung) zeigt was "Beruhigendes" in seinem Spiel, und auch "Kara" Hui Ying Hung, die fast so etwas wie durch diesen Streifen führt, kann hier gefallen und ist ein Sympathie-Träger, zudem fightet sie wieder elastisch-gekonnt. 

Fast als ein Vehikel für den sehr attraktiv-gutaussehenden Darsteller Chin Siu-Ho kommt dieser Streifen rüber -sollte Chin als nächster SuperStar der Shaw Brothers hier aufgebaut werden, zumal der Film im Todesjahr von Alexander Fu Sheng entstand?-. Jedenfalls stand der hier mal gerade 20jährige vor einer langen Kariere, und hat hier durchaus eine energetische Leinwandpräsenz.  

 Dann ist hier noch die wirklich sehr attraktive Hau Bing-Ying als 2. weibliche Akteurin neben "Kara" zu erleben, Prototypin einer schönen, jungen Chinesin, und sie spielt tapfer. Also die Darstellungen an sich gingen durchaus okay. 

 Auch die KungFu-Action, die mit viel Akrobatik, schnellem Schnitt und agiler Körperbeherrschung aufwarten kann. Sie steht allerdings nicht so sehr -leider- im Zentrum, und es fehlt eine echte Fight-Dramatik, da irgendwie nicht richtig gekämpft wird und die Action wie der Film an sich zu sehr von visuellen Effekten beherrscht wird. 

 Als skurril-überdrehte Trash- und Satire-Klamotte die Fantasy-WuXia-Eastern karikiert, kann man sich als eingefleischter Fan des Studios der Shaw Brothers "Demon of the Lute" mal ansehen, okay. Der nächste Eastern bitte. 

 5/10.  

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