Dritter und letzter 'Versuch" der ausführenden Hammer Studios, dem britischen Volkshelden Hood (im Kino) eine weitere Erzählung zu erweisen, in jeweils knapp siebenjährigen Abstand zu Das Schwert des Robin Hood (1960) respektive Robin Hood, der rote Rächer (1954), die vorangegangen waren und trotz aller Solidität bis hin zu eigenen Vorzügen genauso wenig Einfluss selber auf die Sage und ihre Interpretation hatten. War die erste Adaption unter Val Guest noch vermehrt an ein jugendliches bis noch jüngeres Publikum gerichtet und die Zweite durch Terence Fisher auf die Übernahme der Fernsehzuschauer und eine indirekte Fortführung der Serie Die Abenteuer des Robin Hood (1955 - 1960) mitsamt gleichen Hauptdarsteller bezogen, so wird hier ein neuer Weg gegangen und eine neue/alte Interpretation arrangiert.
A Challenge for Robin Hood quasi, direkt im Titel und in der Handlung versehen, aber auch ein bemühtes Bestehenwollen des Filmes selber gegenüber sowohl der hauseigenen, nun vermehrt durch Horror und Science fiction punktenden Distribution als auch der Abenteuerfilme der Konkurrenz, die in den späten Sechzigern noch aktiv waren und das noch gefragte Genre eifrig bedienten. Gedreht von dem weitgehend unbekannten C. M. Pennington-Richards, der zuvor als Chefkameramann und ab den Fünfzigern auch als Regisseur mit routinierten Handwerk beschäftigt, nicht gleich gefragt oder berühmt war, und besetzt mit einer genauso eher namenlosen Belegschaft im Cast und eher bleichen Bildern angelegt:
Bei einem Erbschaftsstreit um den Besitz des jüngst verstorbenen Sir John de Courtenay [ William Squire ] geraten dessen beiden Söhne Sir Roger de Courtenay [ Peter Blythe ] und Henry de Courtenay [ Eric Woofe ] derart miteinander in Streit, dass Roger seinen Bruder tötet und die Tat dem ebenfalls anwesenden Cousin Robin de Courtenay [ Barrie Ingham ] in die Schuhe schiebt; dieser flieht in letzter Sekunde zusammen mit dem Priester / Beichtvater Bruder Tuck [ James Hayter ], der ebenfalls von der Intrige weiss in die Wälder, wobei ihnen Will Scarlett [ Douglas Mitchell ] zum Entkommen hilft. Gejagt von den Männern des Sheriffs von Nottingham [ John Arnatt ] treffen sie im Sherwood Forest auf eine Gruppe geächteter Angelsachsen, angeführt von Alan-a-Dale [ Eric Flynn ], mit dem sie weitere Pläne beratschlagen.
Ein wunderschönes Wasserschloss mit Gräfte und Seerosen im Schlossteich bildet den Ausgangspunkt des Geschehens (gedreht wurde in den Pinewood Studios und in Black Park, Buckinghamshire), wird dort trotz der nur scheinbaren Ruhe und Besinnlichkeit beizeiten das Unheil bis hin zum mehrfachen Tode installiert. Nur ein Ableben ist natürlich, der Rest oft feiger Mord oder manchmal zumindest die tödliche Gegenwehr. Für die Heranwachsenden ist das erstmal nichts, wird ein Vater vor den Augen seines Sohnes aus dem Hinterhalt mit der Armbrust und mit weithin sichtbaren Blut im Rücken niedergestreckt, der Junge dann selber noch zum Freiwild erklärt und beinahe ebenso niedergestreckt.
Die Geschichte nimmt ihren Anfang, aber anders als man das kennt, wird hier von einer gegensätzlichen narrativen Warte aus aufgezogen und das alte Lied vom Freiheitskämpfer mit neuen Tönen und als Entstehungsgeschichte unter anderen Vorzeichen und nicht etwa als ein weiteres beliebiges Abenteuer im Sherwood Forest angestimmt. Robin stößt erst später zu den Outlaws, und ist auch kein Angelsachse, sondern normannischer Feudalherr, der im düster-kalten und merkwürdig kahl ausstaffierten Schloss in einen Streit um ein Erbe hineingezogen wurde, während Bruder Tuck gleichzeitig Pater und Begleiter des verstorbenen Schlossherrn war und einziger Zeuge eines Brudermordes noch am Sterbebett. Will Scarlett ist ein dicklicher Fluchthelfer mit Doppelkinn und war vorher Burgwächter, während Marian ein brünettes Dienstmädchen ist, dass wegen Standes von Niemandem, außer von Robin natürlich beachtet wird.
Ordentlich was los also, wird v.a. die erste halbe Stunde für eine Neuerzählung der Sage genutzt, ein materieller Gang auf dem weiten Felde der Legende, die hierbei aufgefrischt und für neue und für Neuigkeiten offene Zuschauerschaften aufbereitet wird. Unrecht am Vatermörder mitsamt seiner Schreckensherrschaft und Misswirtschaft wird natürlich gesühnt, aber erst muss der Trupp des Waldes eingestimmt und formatiert werden, in Strategie und Taktik und auch noch im Besingen der eigenen Glanztaten am Lagerfeuer eingeübt. Wie das geschieht, ist immerhin mit viel Spielfreude gehandhabt und mit viel Chemie und Sympathie, auch wenn der Darsteller des Hood mit dem früheren Theateraspiranten Ingham eher weniger sportlich gestählt, dafür tatsächlich wie adelig distinguiert wirkt. Auch die Regie des Ganzen scheint zuweilen improvisatorisch gehalten, Aktionsszenen wie das übliche Schwertgeklirr und die Überfälle im Wald für die Nachschubversorgung und die Rückerlangung eingetriebener Steuergelder sind allesamt etwas holpernd und wie aus der Lamäng heraus inszeniert.