Im Jahre 1980 drehte Bruno Mattei mit L'ALTRO INFERNO und LA VERA STORIA DELLA MONACA DI MONZA zwei der allerletzten typischen Nunsploitation-Filme.
Die angeblich wahre Geschichte wurde bereits in den 60er-Jahren von Carmine Gallone und von Eriprando Visconti verfilmt (LA MONACA DI MONZA). Im Gegensatz zu einigen anderen Mattei-Produktionen, würde ich LA VERA STORIA DELLA MONACA DI MONZA jedoch nicht als peinliches Plagiat bezeichnen. Na gut, auch hier wüsste ich gerne, was sich Mattei teilweise dabei gedacht hat...
DAS SÜSSE LEBEN DER NONNE VON MONZA gefällt mir etwas besser als THE OTHER HELL. Klar, beide Filme sind schlecht. Aber dieser Film ist sleaziger und insgesamt auch kurzweiliger.
Ein Wort wie Blasphemie kann man natürlich mit jedem typischen Nunsploiter in Verbindung bringen. In LA VERA STORIA DELLA MONACA DI MONZA ist dies keinesfalls anders: Eine Nonne wird vergewaltigt, eine andere Gottesfrau schaut interessiert zu und wird immer erregter. Oder Aufnahmen einer religiösen Weihe in einer Kirche werden mit Nahaufnahmen von Pferden kombiniert – von deren Geschlechtsteilen...
In einer der kontroversesten Filmszenen träumt eine der Nonnen von einer riesigen Jesusstatue. Plötzlich verwandelt sich der steife Körper in einen echten Mann. Wenige Sekunden später wird Oralsex angedeutet... Diese Filmpassage erinnert an den experimentellen Kurzfilm VISIONS OF ECSTASY, der leider nie offiziell veröffentlicht wurde (da er in England bisher nie veröffentlicht werden durfte).
Eine Filmpassage erinnert dann plötzlich an einen Gothic-Horrorfilm: Ratten sind auf einem Skelett zu sehen. Der Genreklassiker CALIGULA, der kurze Zeit zuvor realisiert wurde, dürfte als "Inspirationsquelle“ für eine Sexorgie gedient haben. Hardcore-Sex sieht man jedoch (auch) in diesem Film von Mattei nie.
Kenner sind nicht überrascht, dass zumindest ein Teil der erwähnten Pferdesex-Aufnahmen und auch des Scores von Bruno Mattei aus anderen Filmen zusammengeklaut wurden.
DAS SÜSSE LEBEN DER NONNE VON MONZA gehört definitiv nicht zu den besten Genrebeiträgen. Aber es gibt doch einige, die meiner Meinung nach deutlich weniger sehenswert sind.
5,5 Punkte