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Dr. Bill Paxton gilt als Meister in Sachen Gehirnforschung und spezialisiert sich dabei auf Paranoia und Schizophrenie. Eines Tages wird er von einem Freund gebeten an einem lebenden Menschen für die skrupellose Firma Junice zu forschen. Sein Opfer ist der geistig verwirrte Mathematiker Halsey, der ebenfalls bei dem Konzern vor einiger Zeit arbeitete. Doch zunehmend scheint Bill Paxton die Kraft über seinen eigenen Geist zu verlieren.

Der Filmbeginn lässt nichts gutes vermuten und ohnehin geht man an diesen Film kritisch heran. Schuld daran hat wohl der vermeintliche Meilenstein Braindead von Peter Jackson. Doch die Thematik und Intention des 2 Jahre zuvor erschienenen Brain Dead ist wahrlich eine komplette andere. Hier geht es sinnbildlich um die Verwirrheit des eigenes Geistes, fast schon psychologisch erscheint uns dieser wahnwitzige Film, der stellenweise an Lost Highway erinnert. Dabei kann man als Zuschauer schon ab der ersten Wendung schon nicht wirklich nachvollziehen welche Realität nun real ist und welche nur geistige Fiktion. Schnell verliert Paxton sein Urteilungsvermögen über seine eigene Handlungen und so ergeht es auch dem Zuschauer, der damit zu kämpfen hat, der komplett wirren Story aus Traumsequenzen, Handlungsumwürfen und der scheinbaren Realität oder eben nicht zu folgen. Dabei verblüfft der scheinbar billig abgedrehte B-Movie ohne weiteres, erwartet man hier scheinbar einen niveaulosen Möchtegernthriller. Umso mehr erstaunt es dann aber auch, wie willenlos man als Zuschauer ist, da man eben etwas vollkommen anderes erwartete, ist man mit dem Drehbuch schnell überfordert. So kommt es oft vor, das Inszenierung, Filmtempo und Wendungen zu langweilen beginnen. Dieser Horrorfilm ist eher ein ethischer und psychologischer Film, so ist es auch kaum zu verübeln, dass hier mit FX gespart wird. Zwar sind die offenen Schädeldecken schön anzusehen, aber eben rein wissenschaftlich wird das in Szene gesetzt, ohne dabei in einem Massaker zu enden. Brain Dead verspinnt dabei verschiedene Wahrheiten über sein eigenes Ichs, begibt sich dabei auf eine wahnwitzige Reise aus Fiktion, Realität, Schizophrenie, Paranoia und der Zerstörtheit seines eigenen Geistes. Die Ansätze der gut ausgeklügelten Story begeistern ohnehin, jedoch muss man sagen, dass dieser gehaltvolle kein Film für zwischendurch ist, wo man sein Gehirn mal ausschalten möchte. Denn all zu "brain dead" sollte man diesen opulenten Film nicht betrachten, sonst ist man stellenweise genauso gelangweilt wie ich selbst. Optisch gibt der Film ohnehin nicht viel her, auf mysteriöse Traumsequenzen oder Schockmomente wurde generell verzichtet, dabei fordern aber die gut gestreuhten Plottwists.

Fazit:
Gut durchdachter und intelligenter B-Movie der fordert und verwirrt. Jedoch nicht im geringsten mit Peter Jacksons Braindead vergleichbar. Also von vornerein seine Erwartungshaltung auf einen rein wissenschaftlichen Film zurücknehmen.

68%

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