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Als die Tochter von Ex-Cop Sean Boyd auf offener Straße entführt wird , heftet er sich sofort an die Fersen des Entführers . Durch die Straßenschluchten und U-Bahnschächte der Großstadt verfolgt er die beiden , bis er schließlich ihre Spur verliert und sogar noch wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten festgenommen wird . Doch er schafft es aus dem Polizeigewahrsam zu fliehen und selber in dem Fall zu recherchieren , denn die Polizei ist in der Zwischenzeit damit beschäftigt der vermeintlichen Entführung der Tochter eines Immobilien-Hais nachzugehen , denn der Entführer hat versehentlich Boyds Tochter mit der Tochter eben jenes Spekulanten verwechselt ... 

Ja , so mag ich New York ! 
Ein überkochender verschwitzter Hexenkessel voller Leben , billige Peepshows , verseucht von Gangs und mit Abbruchvierteln , in denen einem das Auto in Sekundenschnelle unterm Hintern weg geklaut wird , während versnobte Immobilienhändler gut beschützt in ihren Hochhäusern sitzen ! 
In dieses New York führt " Night of the Juggler " , wobei ich nicht denke , dass man uns ein solches Bild von New York extra präsentieren wollte - sozusagen als Anklage dieser Zustände in der damaligen Stadt - , sondern , dass das schlicht und einfach den Zustand der Metropole in den Wilden Siebzigern widerspiegelt . 
Da trifft man auf aufdringliche Pimps , unverschämte Stripperinnen , einen gottesfürchtigen Bibelverkäufer oder auch einen durchgedrehten Puerto Ricanischen Taxifahrer .
Dabei macht der Film keine langen Verschnaufpausen , sondern folgt die ganze Zeit der Hatz des besorgten Vaters durch die pulsierende Millionenmetropole auf der Suche nach seiner entführten Tochter einerseits , und der Hatz der Polizei auf den Entführer bzw. auf den besorgten , aber aus dem Polizeirevier geflohenen Vater andererseits und weiß damit durchgehend zu unterhalten . 
Besonders die erste Verfolgungsjagd , während der Brolin die Entführung seiner Tochter hautnah miterlebt hat , macht wirklich Eindruck . So geht es erst durch den Central Park , dann durch die Straßen von New York , durch die U-Bahn und schließlich wieder durch die Straßen von New York , so dass man sich fast an Bruce Willis und Samuel L. Jacksons Odyssee in " Stirb langsam 3 " erinnert fühlt . Mal zu Fuß gegen Auto , dann zu Fuß gegen zu Fuß oder auch Auto gegen Auto . Aufgelockert wird das durch die furz trockenen Sprüche des Lt. Tonelli , der sich neben dem Fall der Entführung auch noch mit einer Bombenserie ( spielt aber im Film keine Rolle ) und der bevorstehenden Hochzeit seiner Tochter auseinandersetzen muss , und damit für den ein oder anderen Lacher oder wenigstens Schmunzler sorgen kann . 
Gegen Ende verliert der Film leider etwas an Fahrt und die Auflösung ist nicht so spektakulär oder genial wie erhofft , weiß aber dennoch zu befriedigen . 

Fazit : Cooler kleiner Thriller mit Seventies Flair , der irgendwie wie eine Mischung aus " Achterbahn " , " French Connection " , " Die Warriors " , " The Riffs 2 " , " Stoppt die Todesfahrt der U 1 2 3 " , " Dirty Harry " und " 96 Hours " wirkt . Auch wenn das Ende hätte besser sein können , sollte " Night of the Juggler " doch für jeden , der die Atmosphäre New Yorks in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs , aber voller Leben , zu schätzen weiß , einen Blick wert sein ... 

*** Der Film wurde im englischen Original gesehen !!!

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