Film ohne Dialoge. Unbekannter Ort, unbekannte Zeit. Ein einsamer Gott schlitzt sich den Bauch auf. Eine neue Göttin erhebt sich aus den Eingeweiden des alten Gottes und tanzt durch die Wälder. Die neue Gottheit entnimmt dem toten Gott Samen und gebiert ein Wesen zwischen Mann und Kind, das zunächst von einem Stamm von Wesen mit mysteriösen Kapuzen verehrt wird. Als aber die beiden den Ort verlassen wollen, werden sie von dem Stamm in Stücke geschnetzelt. Sie werden begraben und wundersame Blumen erscheinen über ihren Gräbern.
Keine Namen, keine Dialoge, keine Kompromisse, kein Ausweg. Entschuldigungen auch nicht, denn BEGOTTEN ist spektakulär und einmalig (noch so einen wünscht sich, bei Gott, keiner), gefilmt in gesprenkeltem Chiaroscuro, so dass jedes Bild ein verführerisches Geheimnis ist, ein Rorschach-Test für das abenteuerlustige Auge.
1985 gründete E. Elias Merhige die Theatergruppe Theatreofmaterial, deren Arbeit zum Sprungbrett für BEGOTTEN wurde. Er arbeitet als Maler und Filmemacher und ist stark von primitiver Kunst beeinflusst: den Monolithen von Stonehenge, indianischen Begräbnisstätten, Traumgemälde der Aborigines. Weitere Einflüsse sind Bosch, Goya, Courbet und Munch; Vorbilder unter den Filmemachern sind Kirsanow, Eisenstein, Lang und Bunuel.