Review
von Leimbacher-Mario
Glorreich geschmacklos
Ein kleiner Junge vermutet verständlich verängstigt, dass seine klassischen Vorzeigeeltern vielleicht Kannibalen sein könnten - und wir Zuschauer können uns ein teuflisches Grinsen bei dieser frechen Horrorkomödie kaum verkneifen!
Kannibalische Horrorfilme gibt’s wie Sand am Meer, von ernst über augenzwinkernd bis straight up comedy, von Mainstream über Splatter bis Arthouse, von „Texas Chainsaw Massacre“ über „We Are What We Are“ bis „Raw“. „Parents“ hat von allen Kategorien und Richtungen etwas, wird in Konversationen und Abhandlungen zu dem Thema aber eher unter den Tisch fallen gelassen. Das sollte nicht so sein! Denn Bob Balabans bitterböse Fleischplatte hat es wirklich in sich - und da meine ich nicht nur die Proteine! Der Stil ist kunstvoll und doch knackig, der Humor trifft hart und tief und fies, die Darsteller marinieren sich in Blut, Wahnsinn und Zwielicht, das Ganze hat echten Schrecken und lautes Lachen. Das kann man doch nicht machen?! Doch, kann man! Verstörend unter dem Radar.
Fazit: famose Horror- und 50s-Satire zwischen Vorstadtidylle und Kannibalismus, zwischen Lynch und Waters, zwischen Angrillen und Ankotzen. Makaber, morbide, metaphorisch, mindestens mal missverstanden und unterschätzt. Liebe geht durch den Magen! Esst euer Eiweiss! Menschenmettmaschetten.