Review

Carpenters „Christine“ und Spielbergs „Duell“ haben recht gut vorgearbeitet, was Killer-Fahrzeuge betrifft, - da hat Regisseur Eric Valette zumindest innerhalb der Action einigermaßen aufgemerkt. Leider bietet der Rest recht eindimensionales Zeug, welches sich viel zu ernst nimmt.

Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um mordende Autos, sondern ein tentakelartiges Schleimwesen, das hybrid-artig den Antrieb eines jeden Fahrzeugs übernehmen und verändern kann. Indes haust es unter der Motorhaube und zieht seine Opfer in den Innenraum, um sie, man kann es nur erahnen, auszusaugen. Dieses Schicksal blüht auch den Eingeschlossenen einer großräumigen Autowerkstatt in Chicago…

Leider ist die Handlung auf die einseitig ausgestattete Werkstatt begrenzt, lediglich der Opener spielt in der Innenstadt. Trotz dreier Etagen und einem Büro ist das etwas wenig für eine Hatz, auch wenn das Tempo größtenteils ordentlich ist und einige Verfolgungen schick und rasant inszeniert sind.
Demgegenüber mangelt es den Figuren an Tiefe, denn über den tyrannischen Chef und die toughe Mutige kommen die Charakterzeichnungen mitsamt ihrer sinnfreien Labereien kaum hinaus.

Also befindet sich der Hybrid nach einem Unfall in der Werkstatt, schnappt sich nach kurzer Zeit unbemerkt zwei Angestellte und man wird erst auf das sonderbare Verhalten des Fahrzeugs aufmerksam, als es die Fahrertür von selbst zuschlägt und den Standort wechselt.
Im Verlauf sondert es blaues Schleimblut ab, wechselt ab und an das Fahrzeug (was im Zuge der latenten Ungewissheit immerhin Suspense fördert) und fährt zwischenzeitlich die Tentakelarme aus.
Ob es sich um ein Alien oder ein mutiertes Seeungeheuer handelt, bleibt genauso unklar wie das Motiv des Wesens, wobei der Ausgang mit Cliffhanger auf die erste Variante schließen lässt.

So baut das Team diverse Fallen (was etwas viel Zeit in Anspruch nimmt), der Chef stichelt und provoziert, die Heldin lockt das Monster mit dem Motorrad an, es gibt diverse Sichtweisen des Viehs in Form von Infrarot und man muss häufiger mal Schlangenlinien fahren oder laufen, um das Ungetüm (wohlgemerkt in Form eines Autos ohne Fahrer) abzuschütteln.
Die Kamera leistet solide Arbeit, die Darsteller funktionieren größtenteils, nur der Humor bleibt bei alledem leider völlig auf der Strecke, denn der Streifen ist nicht etwa als Hommage mit Trash-Faktor konzipiert, sondern als eine Mischung aus „Predator“ in einer Werkstatt und „P2 - Schreie im Parkhaus“.

Auch die Bluteffekte halten sich arg in Grenzen, da die meisten Opfer unter Brüllen im Innern des jeweiligen Autos verschwinden und allenfalls mal jemand Feuer fängt oder unter Hochstrom verendet.
Die CGI pendeln sich indes auf leicht minderwertigem Niveau ein, denn während das Tentakelvieh ein wenig schlicht in Szene gerückt ist, können sich zumindest die wenigen Schleimeffekte sehen lassen.

Insgesamt sollte man also mit einer recht geringen Erwartungshaltung an den Streifen herangehen, da er als einziges Zugpferd einige Verfolgungen quer durch die großräumige Werkstatt zu bieten hat, auf annähernd allen anderen Ebenen bietet er hingegen zu wenig.
Eindimensionale Figuren, einen etwas kargen Schauplatz und eine zu vage Story mit einigen Vorhersehbarkeiten liefern im Gesamtbild allenfalls etwas für Liebhaber breiter amerikanischer Schlitten.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme