Wenn jemand einen schlechten Film dreht und sich dessen bewusst ist, stellt sich unweigerlich die Frage, warum er ihn überhaupt dreht. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn hier gibt es die geballte Ladung Hirnlos, die völlige Dröhnung an Geschmacklosigkeiten und den letzten Rest uralter Pointen.
„Dirty Movie“ besteht ausschließlich aus einer sinnfreien Aneinanderreihung von gespielten oder erzählten Witzen, von denen eventuell drei zum Lachen sind und vielleicht vier zum Schmunzeln anregen, - was bei so einer immensen Gagdichte vernichtend ist…
Eingebettet ist die vage Rahmenhandlung in einen Film im Film, denn Produzenten, Autoren und Drehbuchschreiber debattieren ständig darüber, welche Witze im Film landen, wer für das Projekt gecastet wird und welche politisch inkorrekte Richtung noch nicht ausgelotet wurde.
Die Gags reichen von unterirdisch platt („Ich würde gern in dein Höschen schlüpfen“ - „Ist ja widerlich, warum denn?“ - „Weil ich mir gerade eingemacht habe!“) über grenzüberschreitend („Was ist der Unterschied zwischen einer Zahnspange und einem Priester-Schwanz?“) bis hin zu treffend, wie etwa die Anti-Werbung mit den kleinen Wiener Würstchen, die mit dieser typischen Opa-Enkel-in-der-Natur-Geschichte einsteigt.
Dazwischen gibt es natürlich ein paar nackte Tatsachen und sich ständig wiederholende Ausgangssituationen, wie die Bedienung in der Bar, die Rednecks im Stall oder die farbige Schönheitskönigin, die die US-Nationalhymne auf ihre eigene Weise interpretiert.
Manchmal kommen ganz kurze Frage-Antwort-Kalauer ins Spiel, es gibt vorhersehbare Alzheimer-Gags, die üblichen Gute Nachricht/Schlechte Nachricht-Witze und am Rande versucht man mit beschrifteten T-Shirts oder Postern an der Wand Interesse auf sich zu ziehen. Hinzu kommen Klischees über tierliebende Hinterwäldler, geizige Juden, Schwule, Nutten, Pädophile und diebische Dunkelhäutige, wobei auch mal Namen Prominenter wie Richard Gere oder Rod Stewart genannt werden.
Auf darstellerischer Ebene ist natürlich Overacting angesagt, was die einzig angemessene Möglichkeit ist, den Unfug in Form von Slapstick und blöden Grimassen zu untermauern, wobei einige Beteiligte bewusst in die Kamera schauen, wenn sie sich nicht ohnehin schon direkt an den Zuschauer wenden.
Aufgrund des hohen Schlagabtauschs und der vielen recht kurzen Szenen wird es zumindest nicht langweilig, aber reichlich tumb bleibt die Sache natürlich bis zum dämlichen Schluss.
Teilweise ertappt man sich beim Schmunzeln, weil Dargebotenes so dreist und niveaulos ist, dass man es kaum glauben mag und zuweilen punkten gar kleine Ideen, wie das Büro des Produzenten in den Fahrstuhl zu verlegen oder ein Altenclub mit fluchenden Anwesenden.
Ja, „Dirty Movie“ ist ein einziger sinnloser, überwiegend schwachmatischer, zuweilen grenzüberschreitender aneinander gereihter Witz ohne Punkt und Komma.
Da dürften allenfalls Freunde der typischen „Fantastic/Scary/Disaster - Movie“ ihren Gefallen dran finden, - alle anderen sollten aufgrund mangelnder Handlung, doofer Scherze und billiger Zoten besser erst gar nicht reinschauen…
3 von 10