Die Horde
Kleiner Zombie-Bastard aus Frankreich der wirklich trashig und dreckig geriet, aber gleichzeitig auch eine gewisse unverfroren lockere Art der Inszenierung zu Tage fördert.
Die Story ist dann irgendwie auch herzerquickend. Ein paar Polizisten wollen nämlich den Tod ihren hingerichteten Kollegen rächen. Dafür wird in der Nacht ein Hochhaus infiltriert, da sich dort die Täter aufhalten sollen. Als man die Bagage stellt kommt es zum blutigen Schusswechsel. Vorerst ausgeglichen ändert sich das primäre Ziel schlagartig. Die Cop's, nun auch untereinander misstrauisch, gehen mit den Gangstern ein befristetes Bündnis ein. Nur so scheint es möglich den neuen Feind, hungrige Zombies, zu besiegen.
Äußerst harter Beitrag aus Frankreich, welcher zwar nicht immer logisch ist und auch einige inhaltliche Fragen offen lässt, der dafür jedoch die volle Packung an Blut, Splatter, Blei und etlichen Geschmacklosigkeiten (ein Highlight ist die Fast-Vergewaltigung einer toten Untoten) zu bieten hat. Die kalte Betonbau-Optik passt zwar und ermöglicht schleichen, schreien, killen und gefressen werden in langen dunklen Gängen, doch offenbart auch das unterschiedliche Locations für mehr Abwechslung gesorgt hätten. Auch das was gesagt wird bringt den Film nicht weiter und lässt den Zuschauer nicht wirklich daran teilhaben. Skurrile unsympathische Kerle und ein Girl sind einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und dienen letztlich sowieso nur als Zombiefutter.
Wo kommt die Horde her,warum will sie ins Hochhaus (klar zum töten, aber warum?) und was macht der alte Sack (erinnert an einen Schlächter) in dieser Absteige. Fragen über Fragen.
Hauptaugenmerk liegt also doch nur auf den derben Einlagen. Diese haben es dann auch in sich und bestätigen Frankreichs Stellung im Bereich Horrorfilm. Splattereffekte auf hohem Niveau und blutige Schießereien dürfen beklatscht werden. Der Kugelverbrauch ist astronomisch und könnte es glatt mit einem John Woo-Film aufnehmen. „Endzeitstimmung“ täte es, auf ein Wort reduziert, auf den Punkt bringen. Nein gewöhnlich ist dieses Gemetzel nicht, dafür atmosphärisch und unverfroren lässig. Die Truppe wird dezimiert, da komme was wolle. Eine gewisse Spannung täte ich „DER HORDE“ auch andichten, doch das verheißungsvolle Finale, was man nach allem zuvor gesehenen erwartet, bleibt aus.
Die Darsteller glänzen eher beim körperlichen Einsatz als beim Spiel, was allerdings nicht überbewertet werden muss da mit den Zombies Konversation eh nicht möglich ist..
Pessimistisch, sehr blutig und zumindest solide umgesetzt sollten Genrefans zugreifen.
6 von 10