Nachdem uns die Franzosen schon einige Horrorbeiträge beschert haben, folgt mit „Die Horde“ nun der Kniefall vor dem Zombiefilm. Die Jungregisseure Yannick Dahan und Benjamin Rocher haben ihre Hausaufgaben weitestgehend gemacht und liefern brutale Genreunterhaltung.
Um ihren ermordeten Kollegen zu rächen, stürmen vier Cops einen Hochhauskomplex. Doch der Plan geht nicht auf. Zuerst werden sie von den Gangstern überrumpelt und dann wird auch noch das Haus von Zombies überrannt. Nur gemeinsam kann das ungleiche Team hier noch einen Ausweg finden. Nur ist es nicht so einfach wie es scheint.
Ohne große Anekdoten springt der Film sofort in die Zombieaktion. Die Story ist von daher recht platt und kann nur durch das gelungene Setting und die glaubwürdigen Schauspieler punkten. Klischees werden zuhauf bedient und man merkt dem Film deutlich an, dass man offensichtlich Carpenters „Assault- Anschlag bei Nacht“ sehr mag. Alles nicht weiter schlimm, denn das Tempo stimmt und lässt dadurch wenigstens beim ersten Durchlauf wenig Fragen aufkommen.
Die ganze Atmosphäre des Films ist recht düster und dreckig, die Gewalt realistisch. Dies dürfte wohl auch der Grund sein, weshalb es „Die Horde“ nicht ungeschnitten nach Deutschland geschafft hat. Dabei gehen andere Zombiefilme deutlich weiter, nur sind diese etwas weiter im phantastischen Film angesiedelt. Haufenweise Entweidungen und Fressszenen kann man sich jedenfalls abschminken.
Die Charaktere sind einer platter als der andere, können innerhalb der eng festgelegten Grenzen dennoch punkten. Etwas nervig und arg over the top wirkt lediglich die einzige Dame im Ensemble die mehr als nötig das starke Geschlecht raushängen lässt. So wünscht man ihr spätestens im letzten Drittel einen Zombie an den Hals, aber auch dieser Wunsch bleibt einem verwehrt.
Ansonsten kracht es trotz eines knappen Budgets ziemlich ordentlich und der actionorientierte Horrorfreund freut sich. Erst bei einem erneuten Durchlauf durch die zig Stockwerke des Gebäudes macht sich etwas Langeweile breit. Wer aber rennende Zombies in sein Herz geschlossen hat und viel Peng Peng mag, der steht auch da drüber.
Fazit: Unterhaltsame Zombie Action mit ordentlich Wumms. Reine Zombiefans werden allerdings ausufernde Metzelleien vermissen.