Eine mit einer in der linken Brust implantierten Kamera ausgestattete Geheimagentin wird damit beauftragt, die Mitglieder eines Drogenringes auszulöschen und den unbekannten Drahtzieher auszukundschaften. Was sie nicht weiß ist, dass neben der Kamera auch eine Bombe in ihrem Busen schlummert, die zu einem bestimmten Zeitpunkt explodiert, sofern sie bis dahin ihren nicht Auftrag ausgeführt hat.
Der erste Teil von Doris Wishmans "Teuflische(n) Brüste"(n) war ein Rachethriller und mit diesem zweiten Teil lieferte sie einen ungewöhnlichen Agententhriller ab, der dem Erstling in Sachen Skurrilität und filmtechnischer Absonderlichkeit (böse Menschen sprechen von Unvermögen) in Nichts nachsteht.
Der Streifen beginnt gleich mit einer amüsant anzusehenen Szene, in der sich die bösen Buben eines auf sie angesetzten Agenten entledigen und zwar indem sie ihn mit einem Wagen überrollen. Dies ist so naiv umgesetzt, dass es eine Freude ist. So fährt der Wagen direkt auf die Kamera zu und zwar langsam mit einer Vollbremsung, was für die Illusion einer schnellen Verfolgung des per pedes flüchtenden Agenten, der sich in der Überfahrungsszene vorsichtig vom Auto rollt, nicht gerade förderlich ist und auch die des Öfteren im Schatten erkennbare Kamera ist dies nicht.
Im weiteren Verlauf des Films bekommt man viele solcher Unzulänglichkeiten in Form von unpassenden Schnitten, Verschwommenheiten oder merkwürdigen Kameraeinstellungen zu Auge, so dass die Werke eines Jess Franco dagegen wie aus dem Ei gepellt wirken. Und über allem schwebt der Geist der bewusstseinserweiterten 70er Jahre in Form von blumigen Tapeten, Klamotten mit einer Farbgebung, die ich nicht mal für meine Tischdecke verwenden würde und hohem Psychodelicanstrich.
Das Drehbuch stammt nicht aus der Feder von oscarverdächtigen Schreiberlingen, weist aber einen hohen Trashfaktor auf und weiß daher ungemein zu unterhalten. Die Idee mit der brustimplantierten Kamera, die sich durch Anheben der Selbigen auslösen lässt, wurde wohl hauptsächlich daher erdacht, um einen Grund zu haben, die Hauptdarstellerin ihre Ballons enthüllen zu lassen und die spät im Film aufgedeckte Sache mit der Brustbombe, für die eine hanebüchene Erklärung parat gehalten wird und das am Ende mittels eines plötzlich bei einer Diashow, die aber offensichtlich über einen Filmprojektor vorgeführt wird, erkennbaren Males, welches zuvor niemandem aufgefallen ist, enttarnte Oberhaupt des Drogenrings sind einige der wahnwitzigen Drehbuchkniffe.
Auch bei der Erfüllung des Auftrages der Doppel(!)-Agentin hat man für Abwechslung gesorgt und so setzt sie allerlei Gimmicks ein, um sich ihrer Gegner zu entledigen, wie beispielsweise explosiven Lippenstift, Wurfohrringe, Schneidbrennerfingerringe oder mit Gift benetzte Brüste, die sich ebenfalls als Schlagwaffe eignen. Da können die Erfindungen eines Q nicht mithalten.
Wie schon im Teil 1 spielt Chesty "183-79-88" Morgan wieder die Hauptrolle, wobei sich hinsichtlich ihres schauspielerischen Talents nichts geändert hat. So ist dieser Film dann wieder eher auf ihre körperliche Beschaffenheit als auf ihre Gefühlsdarstellung ausgelegt und die übrigen Akteure liefern ebenfalls keine Glanzleistungen ab.
Wer mit obskuren Ideen verpackt in einer amateurhaften Umsetzung etwas anfangen kann, der wird an dieser Trashperle seine Freude haben, aber ich denke mal, dass bei so einem Titel sowieso nur bei diesem Zielpublikum der Film über die Netzhaut flimmern wird.