Süßer die Glocken nie klingen?!
Zusammen mit dem im selben Jahr entstandenen "Teuflische Brüste" gehört dieser mit Hauptdarstellerin Chesty Morgan besetzte Doppelschlag wohl zu den bekanntesten und besten Streifen von Grade-Z- und Nudisten-Filmerin Doris Wishman. Hier bekommt eine obenrum sehr üppig ausgestattete Geheimagentin eine Kamera in die linke Titte implantiert, mit der sie fortan geheime Dokumente knipst. Der Rest dreht sich irgendwie um Heroindealer, wobei die Heldin etwas planlos durch New York stolpert, um ihr Filmmaterial voll zu bekommen.
Generell wirkt dieser Streifen wie die Schnellschuss-Parodie auf die Werke von Russ Meyer. Doch anstatt ein halbes Dutzend vollbusiger Busties auflaufen zu lassen, darf Chesty Morgan die Story im Alleingang schmeißen. Überzeugte der Altmeister noch mit handwerklicher Kompetenz und galliger Satire, so bleibt in dieser Wishman-Produktion nicht mehr viel davon übrig. Dennoch muss man der Regisseurin zugute halten, eine der gemeinhin ansprechenderen Grade Z-Werke in die Welt gesetzt zu haben: Die Szenen sind nicht mit aller Gewalt in die Länge gezogen und auch von den Locations gibt es Genre-untypisch sehr viel Abwechslung, anstatt immer nur auf die Kombination Wohnzimmer-Schlafzimmer-zugezogener Vorhang zu setzen.
Die Handlung ist hingegen ein einzelnes Flickwerk von nicht immer ganz schlüssigen Szenen und ist auf die Dauer ziemlich eintönig. Mal erschlägt die Morgan einen Kerl mit ihrer Riesentitte, mal gibt es einen blutigen Mord unter der Dusche und auch eine kurze Verfolgungsjagd wurde mit eingebaut, doch arg viel mehr ist nicht drin. Die Regisseurin bemühte sich offenbar, dass Tempo hochzuhalten, was ihr aber nur bis zur Hälfte und nur ansatzweise gelingt. Ansonsten gilt: Für einen Skin Flick nicht wirklich sexy, für eine Crime Story kaum spannend, von echter Kunst kann keine Rede sein.
Dennoch bizarrer Kult auf seine ganz eigene Weise, aber garantiert nicht für jeden. Knappe 5 Punkte...