Keine Ahnung um was es hier gegangen ist, echt keinen blassen Schimmer. Es geht vordergründig irgendwie um Gangs, die sich mit illegalen Organhandel und dem Kidnappen und Ausweiden von irgendwelchen unbescholtenen Bürgern ein Geschäft aufgebaut haben.
Außerdem geht’s aber auch um Menschen, die, von Pusteln und nässenden Ekzemen übersäht, immer mehr zu einem einzigen Geschwür heranreifen, zusammenhangloses Zeug plappern und kreischend oder grimmig guckend auf die Kamera zu torkeln.
Wahnsinn, so wenig roten Faden hab’ ich echt schon lang, lang nicht mehr vorgesetzt gekriegt. Selbst die Übersetzungsteile in all meinen Lateinschulaufgaben oder die Ausreden gegenüber meinen Eltern, was das denn für eine komische Vase ist, die immer bei mir hinterm Sofa steht, hatten mehr Hand und Fuß und waren logischer gestrickt als dieses Ungetüm halb Film halb Eiterbeule.
Ich geb’ zu, ich war schon leicht schläfrig, als ich die Dvd einlegte, und hab mir daher auch nicht immer die Mühe gemacht, die Untertitel mitzulesen. Im Endeffekt hab ich den Streifen jedenfalls nicht wachen Auges überstanden.
Bei ORGAN dürfte aber so ziemlich jeder noch so eingefleischte Experimentalfilm-Freak an seine Grenzen stoßen. Egal ob „Tetsuo“, „El Topo“, „Eraserhead“, „Begotten“, "Montana Sacra", "Der Andalusische Hund" oder „(Sch)Ice from the Sun“, alle machen sie mehr Sinn als dieses Abführzäpfchen aus dem Reich der Toten.
Und vor allem: alle unterhalten sie auch besser!
Einziger Pluspunkt des Films: Seine wirklich bodenlos triste und Kurt Cobain-mäßig pessimistische Grundstimmung und seine vielen gelungenen Ekel-FX, von denen einige stark an die Meerjungfrau aus „Mermaid in a Manhole“ erinnern.
So lecker wie einem alkoholkranken Penner an den Fingernägeln zu kauen oder die toten Tieren vom Straßenrand abzuknutschen - düsterer Ekel-Horror also wirklich non stopp. Aber halt komplett ohne Sinn und ersichtlichen Zusammenhang, und herausragende, im Gedächtnis bleibende Szenen hat der Streifen auch nicht wirklich zu bieten. Nö, nicht dass ich wüsste…
Fazit:
„Tetsuo“ meets „The Untold Story“ meets „Das Deutsche Kettensägenmassaker“
- Schnupper’ lieber ‘ne Stunde lang an deinen gammligen Joggingschuhen oder bemal’ die Wände mit deinen Fäkalien, hast du unterm Strich gewiss mehr von!
Bring’s aber irgendwie nicht übers Herz dem Streifen die „Schlechtst“-Note zu geben. So schlecht, wie ich den jetzt wahrgenommen hab, kann der doch eigentlich gar nicht sein, oder…!?
Aber egal, `ne zweite Chance bekommt er nämlich sicherlich die nächsten zwanzig Jahre nicht!